Serie über die Stadtbibliothekt Göttingen, Teil 5
Große Auswahl, kompetente Beratung, familiärer Treffpunkt: die Zweigstellen der Bibliothek, wie hier in Geismar, werden von den Bürgern sehr gut angenommen. Foto: Iben

Serie über die Stadtbibliothekt Göttingen, Teil 5

Göttingen. In einer Serie unternimmt der BLICK eine Reise durch die Stadtbibliothek und stellt die einzelnen Abteilungen vor. Im vierten Teil, der vor vierzehn Tagen veröffentlicht wurde, gab Wolfgang Vetter, Abteilungsleiter der Zentralen Einarbeitung, einen kurzen Überblick über die Geschichte und die Entwicklung der Bibliothek. Im fünften Teil geht es in die Zweigstellen, die in den Ortsteilen einen großen Stellenwert bei jungen und älteren Lesern haben.

„Insgesamt gehören zur Hauptstelle der Bibliothek sechs kleinere Zweigstellen in den Ortsteilen Weende, Geismar, Elliehausen, Roringen, Nikolausberg und Grone“, erklärt Brigitte Krompholz-Roehl, Leiterin der Stadtbibliothek. Jede dieser Zweigstellen wird von Angestellten und ehrenamtlich tätigen Mitarbeitern betreut und ist ein- bis zweimal wöchentlich geöffnet. Untergebracht sind die Zweigstellen in unterschiedlich großen Räumlichkeiten – teilweise in alten Verwaltungsgebäuden und Schulen. „Das Anpassen an die Räume in Fachwerkhäusern und Altbauten war schon eine Herausforderung, vor allem wegen der Enge der Räume und der niedrigen Deckenhöhe“, erklärt Brigitte Krompholz-Roehl. Diese räumliche Gestaltung sorge aber im Gegenzug für einen „gewissen Charme“.

Limitiert ist das Angebot der Zweigstellen nicht. Zwar sind nicht alle Titel, die es in der Zentrale in der Gotmarstraße gibt, sofort parat, doch können alle verfügbaren Medien in die jeweilige Zweigstelle bestellt werden. „Das ist vor allem für die ältere Generation interessant, die nicht mehr so gut zu Fuß unterwegs ist und die Zentrale in der Innenstadt nicht einfach so besuchen kann“, erläutert Krompholz-Roehl. Aber auch junge Familien nutzten die Zweigstellen ausgiebig, um mit den Kindern zu lesen oder Bilderbücher anzuschauen.

Ältere und jüngere Kunden kämen oftmals ins Gespräch, der soziale Kontakt in der Bibliothek sei intensiv. Die Zweigstellen seien somit in gewisser Weise „identitätsstiftend – es würde den Kunden etwas fehlen, wenn sie nicht mehr in die Bibliothek ihres Ortsteiles gehen könnten, um dort auf bekannte und neue Gesichter zu treffen, sich über Neuerscheinungen auszutauschen und die persönliche Ansprache unserer Mitarbeiter zu genießen“, fasst Krompholz-Roehl zusammen. Ihre Vision: „die Zweigstellen erhalten und den Treffpunktcharakter weiter herausarbeiten“.

Der Kontakt zwischen der jungen und der älteren Generation, zwischen zugezogenen Familien und alteingesessenen Bewohnern solle weiter intensiviert werden, auch durch ausgeweitete Öffnungszeiten und ein größeres Veranstaltungsangebot wie Lesungen oder Nachmittage für verschiedene Zielgruppen. „Die Zweigstellen müssen sich den Veränderungen in einem Ortsteil anpassen und die Entwicklung im Blick behalten – dazu gehört auch, das Medien-Angebot den Bedürfnissen der Kunden anzupassen“, so die Leiterin der Bibliothek. mi

Authored by: Maren Iben