Neu in der Stadtbibliothek: Schatzkiste mit Medien in unkomplizierter Sprache
Zeigen den Inhalt der Schatzkiste (v.l.): Volkmar Böhm, Gundula Laudin (VHS) und Doris Lemmermöhle (Projektunterstützerin). Foto: Fricke

Neu in der Stadtbibliothek: Schatzkiste mit Medien in unkomplizierter Sprache

Göttingen. Fahrpläne oder Speisekarten lesen, Medikamentenzettel entziffern oder Anträge ausfüllen: Das sind für Menschen mit funktionalem Analphabetismus schier unlösbare Aufgaben. In der Stadtbibliothek erhalten sie jetzt Hilfe – und Anreiz zur Selbsthilfe.

7,5 Millionen der 18 bis 65 Jährigen können nicht ausreichend lesen und schreiben. Um ihnen den Alltag zu erleichtern und um eine bessere gesellschaftliche Teilhabe zu ermöglichen, hat die Stadtbibliothek in Zusammenarbeit mit der VHS ein neues Angebot konzipiert: Romane, Sachbücher und Spiele in einfacher Sprache. Gundula Laudin von der VHS überreichte in der Zentralbibliothek in der Gotmarstraße am vergangenen Donnerstag eine Bücher-Schatzkiste.

„Wir haben im ersten Obergeschoss eine Leseecke eingerichtet, in der die Inhalte der Kiste entdeckt werden können. Das Regal mit Büchern in einfacher Sprache wird nach und nach aufgestockt“, so Bibliotheksmitarbeiter Volkmar Böhm. Das Angebot ist auch für Menschen gedacht, die gerade Deutsch als Fremdsprache lernen. Neben der Schatzkiste zeigt die Bibliothek die Ausstellung „Analphabetismus in Deutschland“. Das Regionale Grundbildungszentrum Göttingen (RGZ) hat die Aktion initiiert. Die Zusammenstellung der Schatzkiste förderte die Kulturstiftung der Stadt Göttingen. Sie übernahm auch die Kosten für die Schulung der Bibliotheksmitarbeiterinnen und -mitarbeiter.

In Göttingen gibt es außerdem den LEA Leseklub, ein Projekt des Vereins zur Förderung der Kultur, Bildung und sozialer Teilhabe von Menschen mit Behinderung (KuBus). Im Weltladencafé in der Nikolaistraße 10 treffen sich freitags von 16 bis 17.30 Uhr Menschen mit und ohne Behinderung zum gemeinsamen Lesen. sfr

Authored by: Susann Fricke