Grabungsteam präsentiert steinzeitliche Funde / Größte bislang untersuchte Siedlung
Grabung an der größten untersuchten steinzeitlichen Siedlung Niedersachsens in Rosdorf. Foto: Heller

Grabungsteam präsentiert steinzeitliche Funde / Größte bislang untersuchte Siedlung

Rosdorf. Mehrere jungsteinzeitliche Fundstücke und drei Hausgrundrisse hat das Grabungsteam um Eberhardt Kettlitz und Andrea Bulla bisher auf dem Areal hinter der ehemaligen Anne-Frank-Schule in Rosdorf freigelegt.

Die Grabung hat im Juli begonnen und wird bis Ende September andauern. Auf dem erforschten Gelände befindet sich die größte bisher untersuchte Siedlung der linienbandkeramischen Kultur in Niedersachsen. Als „nicht nur lokal relevant“ und „bemerkenswert“ bezeichnete Landrat Bernhard Reuter in der vergangenen Woche die 7000 Jahre alten Funde bei der Präsentation der Ergebnisse der Grabung, bei der auch die erste Kreisrätin Christel Wemheuer  anwesend war.
Zu den Funden gehören Gebrauchsgegenstände aus Keramik und Stein wie Sichelklingen, Steinkeile zur Holzbearbeitung, Keramikscherben, eine Pfeilspitze aus Feuerstein und Dechselklingen. Zudem wurden drei Holzhausgrundrisse kartiert. Auch skelettierte Gliedmaßen wurden gefunden. „Anhand der Tierknochen können wir feststellen, wie viel damals noch gejagt wurde“, so Landesarchäologe Henning Haßmann.
Die Hausgrundrisse ergänzen den Stadtplan von Ältest-Rosdorf, sagte Grabungsleiter Kettlitz. In den bis zu 30 Meter langen Häusern wohnten mehrere Menschen. Man könne an runden dunklen Verfärbungen im Lössboden erkennen, wo einst die Baumstämme in die Erde eingegraben wurden, die als Hauspfosten dienten, erläuterte der Grabungsleiter. Kettlitz zufolge sei das Bauen von Häusern auch aus einem anderen Grund wichtig für die Entwicklung des Menschen: „Häuser konnten nur in Gemeinschaftsarbeit entstehen. Der Mensch wurde also mehr zum sozialen Wesen, indem er die Aufgabe gemeinschaftlich löst.“ aa

Authored by: Blick Redaktion