Göttingen wichtiger Halt für Fernbusse
Fahrgelegenheiten gibt es in vielen Farben: Fernreisende am Zentralen Ominibus-Bahnhof. Foto: Wenzel

Göttingen wichtiger Halt für Fernbusse

Göttingen. Die Fernbusbranche in Deutschland boomt – auch in Göttingen. Laut einer Umfrage ist der baulich aufgewertete Bus-Stopp am Ominibus-Bahnhof in kurzer Zeit ein wichtiger Haltepunkt geworden, der besonders bei Hochschülern beliebt ist.

Einige von ihnen haben vor Ort recherchiert: Studierende vom Geografischen Institut befragten im Rahmen einer praxisorientierten Lehrveranstaltung fast 350 Fahrgäste. Dr. Tobias Behnen, Leiter dieser Studie, bilanziert: „Mittlerweile stoppen hier täglich über 50 Fernbusse. Die wichtigsten Ziele der Fahrgäste sind Hamburg mit 20 Prozent, Berlin mit zwölf, Frankfurt mit acht und Köln mit sieben Prozent.“ Zwei Drittel der Fahrgäste gehören zur Altersgruppe der 18- bis 29-Jährigen. Hauptargument sei der günstige Preis: 85 Prozent der Fahrgäste bezahlten maximal 20 Euro. Wenn das Ticket nicht so günstig gewesen wäre, hätten 15 Prozent der Befragten die Fahrt gar nicht unternommen. Und: Die anderen Reisenden wären überwiegend mit dem ICE gefahren. „Die Fernbusunternehmen können aber nur so günstig sein, weil die Haltestellenkosten gering sind, sie keine Maut bezahlen, oft auf Subunternehmer zurückgreifen und geringere Fahrgastrechte garantieren müssen“, so Behnen.

Kritisch sei die Rolle der Fahrer zu sehen, da sie Zusatzaufgaben wie die Gepäckverladung oder teilweise den Fahrkartenverkauf erledigen müssen. Hinsichtlich der Göttinger Haltestelle bemängeln die Fahrgäste besonders die fehlende Überdachung sowie fehlende elektronische Anzeigetafeln. Behnen: „Zwar ermöglichen Fernbusse preissensiblen Reisenden neue Möglichkeiten, die neuen Angebote im Fernbusverkehr führen aber zu einer Verkehrsverlagerung von der Schiene auf die Straße und auch zu völlig neuem Verkehr. Damit stehen sie im Widerspruch zum Leitbild der nachhaltigen Verkehrsentwicklung.“ r / ski

Authored by: Blick Redaktion