Avec et Sans Text

Avec et Sans Text

Le première Performance …
Die Herbstferien sind vorbei und ich bin zurück in Paris, meiner mittlerweile zweiten Heimat. Die Tage werden kürzer, die Temperaturen sinken stetig und das gelbe Laub türmt sich auf den Gehwegen. Das Studium ist bereits voll im Gange, und ich stehe kurz vor meinen ersten Aufführungen, die gleichzeitig meine Prüfungen darstellen. Die erste findet bereits am 24. November statt, und es wird momentan fleißig drauf hingearbeitet. Das Thema habe ich bereits in einem vorherigen Blogeintrag erwähnt: (mit und ohne Worte). Wir werden Tanzen, Singen, Emotionen offenbaren und Charaktere darstellen, ohne Worte zu benutzen. Das klingt vielleicht komisch, aber wenn man darüber nachdenkt, wie viel wir ausschließlich durch die Stimmlage, die Körperhaltung und unsere Mimik vermitteln, ist es gar nicht mehr so unvorstellbar. Das Interessante an dieser Vorstellung wird sein, dass wir sie niemals in Vorhinein proben werden. Klar arbeiten wir täglich an Elementen, Choreographien und Chorischem Gesange, aber wir überlegen uns keine tatsächliche Performance. Das bedeutet: Wir werden am 24. November auf die Bühne treten und das Ganze live vor Publikum spontan entwickeln. Das ist super risikoreich, denn natürlich besteht die Chance, dass wir uns komplett blamieren und die Prüfungsanforderungen nicht bestehen, aber das ist der Sinn dieser Performance.

Wir ihr vielleicht wisst, ist Theater oder Schauspiel immer eine gemeinsame Arbeit. Wie beim Fußball! Wir sind ein Team, eine Mannschaft und jeder muss sich auf seine Mitspieler verlassen können. Es heißt ja nicht umsonst Theater-Ensemble (franz.: ensemble = gemeinsam). Es funktioniert also nur, wenn eine uneingeschränkte Vertrauensbasis zwischen allen Schauspielern vorhanden ist und wenn jeder aufmerksam und konzentriert auf alle anderen achtet. Stellt Euch vor, Kruse passt den Ball zu Götze und dieser achtet in dem entscheidenden Moment nur auf sich und wie seine Beinmuskulatur bei Publikum ankommt (Hammer Vergleich, oder?!). So ist das bei uns im Theater auch. Anstatt auf meinen Bizeps zu achten, muss ich mich auf alle anderen konzentrieren. Sogar noch intensiver als bei Fußball. Denn wir müssen nicht nur beobachten, was die anderen gerade machen, sondern uns gegenseitig spüren, mit allen fünf Sinnen. Denn oft sehen wir uns nicht gegenseitig, weil die Augen geschlossen sind, weil wir mit dem Rücken zu einander stehen etc., oder es kommt auf Geräusche und Töne an. Erst wenn wir gelernt haben, auf alles und jeden zu achten und wir wie ein gemeinsamer Organismus denken, handeln und fühlen, sind wir bereit für den nächsten Schritt. Und das ist die Zielsetzung dieser Performance. Aber keine Sorge, solange wir aufmerksam sind und uns gegenseitig vertrauen, kann diese Aufgabe gar nicht schiefgehen.

 

        Abschiedsparty „Au revoir Rosanne“

 

Soviel zu meiner bevorstehenden Prüfung – und was habe ich in den Ferien so alles Schönes erlebt?
Nun, ich muss zugeben: Nach so viel „multikulti“ war ich froh. mal wieder zu Hause zu sein und den ganzen Tag deutsch zu sprechen. Natürlich habe ich meine Familie und Freunde sehr vermisst, und auch das deutsche Essimg_8727en, den Straßenverkehr, die Menschen… meine Haustiere!!!!!

Ich hatte eine ganz tolle Abschiedsparty (zur Info: Die musste ich leider auf Ende Oktober verschieben, weil das im September nicht mehr geklappt hat), und ich habe mit den Schülerinnen und Schülern der Grundschule Lenglern den ersten Platz bei der Göttinger Filmklappe geholt, was mich sehr gefreut hat!
Ansonsten habe ich die Ferien gearbeitet und für meine Hausarbeit für Wirtschaftsrecht recherchiert, welche ich momentan in Worte fasse….

Jusqu’à la semaine prochaine!

Rosanne Gianna