Physik für Flüchtlinge: Wissenschaftspreis für Studierende
Auszeichnung für akademische Leistungen und gesellschaftliches Engagement (v.l.): Philipp Stolte, Gerrit Horstmann und Tobias Orthen.Foto: R

Physik für Flüchtlinge: Wissenschaftspreis für Studierende

Göttingen / Hannover. Drei Studierende der Uni Göttingen haben den Wissenschaftspreis Niedersachsen 2016 erhalten. Sie wurden vor allem für ihr Engagement im Projekt „Physik für Flüchtlinge“ der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (DPG) geehrt.

Gerrit Horstmann, Tobias Orthen und Philipp Stolte erhielten den Preis in der Kategorie „Studierende“ – als Team. Die Niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur, Dr. Gabriele Heinen-Kljajić, überreichte die Preise am 17. November im Landesmuseum Hannover.  „Alle drei Studierenden sind durch besondere akademische Leistungen und gesellschaftliches Engagement aufgefallen“, betonte Prof. Dr. Arnulf Quadt von der Fakultät für Physik, der das Team für den Wissenschaftspreis vorgeschlagen hat. „Sie haben sehr gute bis beste Studienleistungen erbracht und ihre Abschlüsse mit Bestnoten und Auszeichnung erreicht.“
Die drei Studierenden sind beziehungsweise waren Stipendiaten der Studienstiftung des deutschen Volkes. Darüber hinaus hätten sie sich für die Belange der Studierenden in der Fachschaft Physik der Universität Göttingen sowie in der Öffentlichkeitsarbeit auf Bildungsmessen, wie zum Beispiel der IdeenExpo, und in Schulen engagiert.
Im Oktober 2015 haben die drei Physikstudenten als Mitglieder im Kernteam gemeinsam mit der Deutschen Physi-kalischen Gesellschaft das Projekt „Physik für Flüchtlinge“ ins Leben gerufen. Zwei Monate später setzten mehr 1000 Helferinnen und Helfer das Projekt bundesweit um und führten mit Kindern und Jugendlichen aus Flüchtlingseinrichtungen täglich kleine Physikexperimente durch. Ziel war es, ihnen in den Flüchtlingseinrichtungen eine Ablenkung vom Alltag zu bieten und ihr Interesse an naturwissenschaftlichen Phänomenen zu fördern.
„Gerrit Horstmann, Tobias Orthen und Philipp Stolte haben in diesem Projekt durch Aufrufe über Mailinglisten, soziale Medien, Internet und Telefon über 1100 Freiwillige und 28 Flüchtlingseinrichtungen für dieses Projekt gewonnen“, so Quadt. „Das Projekt erreichte insgesamt über 7000 Kinder und hat so einen signifikanten Beitrag zur Willkommenskultur in Deutschland geleistet.“ Mit dem Wissenschaftspreis würdigt das Land Personen, die neben hervorragenden Leistungen in Forschung und Lehre einen wesentlichen Beitrag zur Hochschulentwicklung in Niedersachsen erbracht haben – und ehrt Studierende, die sich neben herausragenden Leistungen im Studium in weiteren Bereichen engagieren, beispielsweise in der studentischen Selbstverwaltung oder bei ehrenamtlichen Tätigkeiten. r

❱❱ Projekt „Physik für Flüchtlinge“: www.dpg-physik.de/pff

Authored by: Maren Iben