61 Teilnehmerinnen beim Mädchenaktionstag in Rosdorf
Teilnehmerinnen des Mädchenaktionstages nehmen an unterschiedlichen Workshops teil. Foto: Heller

61 Teilnehmerinnen beim Mädchenaktionstag in Rosdorf

Rosdorf. 61 Mädchen im Alter von elf bis 16 Jahren haben am Mädchenaktionstag des Landkreises Göttingen in Rosdorf teilgenommen – so viele wie nie zuvor, sagt Organisatorin Helga Steininger, Jugendreferentin des Landkreises Göttingen. In acht verschiedenen Workshops konnten sich die Mädchen handwerklich ausprobieren.

„Ich will nächstes Jahr wiederkommen, das war wirklich toll“, sagt die elfjährige Annika. Sie hat bei der Schmuckherstellung aus Metall und Holz mitgemacht, den die Goldschmiedin Jenneke Strathmann leitet. Annika hat eine Metall-Doppelaxt auf Holzwappen angefertigt, „für meinen kleineren Bruder, weil er Wikinger mag“. Und für sich selbst hat sie einen besonderen Kettenanhänger hergestellt. „Das ist ein Doppelschmuckstück. Von hinten sieht das Holzstück aus wie ein Drache, vorne ist in der Mitte ein Wolfskopf aus Metall eingesetzt.“
Kreativ war auch die elfjährige Binti. Für eine Kette hat sie einen Blitz und einen selbstgemalten Pokémon aus Metall ausgeschnitten, für eine Freundin hat sie noch eine Blume auf einem Holzuntergrund erstellt. Es schwingt viel Stolz mit, als die Mädchen die Ergebnisse ihrer Arbeit zeigen: Sorgenpuppen, Comic-bedruckte Beutel, alte Bücher aufpeppen – als Deko-Elemente oder mit Geheimfach –, Filzobjekte, Foto-„Drucke“ auf Holzuntergrund oder Tiffany-Glasarbeiten, bei deren Herstellung auch ein paar Pflaster nötig wurden.

„Mit dem Aktionstag wollen wir Mädchen die Möglichkeit geben, sich handwerklich in Bereichen auszuprobieren, die nicht mädchentypisch sind“, sagt Helga Steininger. „Dabei ist uns wichtig, dass die Mädchen unter sich sind und es keinen Leistungsdruck gibt.“ Auch alle Workshop-Leiter – Jugendreferentinnen aus dem Landkreis sowie Fachkräfte – sind dieses Jahr weiblich.
Eine davon ist Daniela Jacobi, gelernte Tischlerin und zum fünften Mal beim Aktionstag dabei. Dass der Aktionstag eine reine Mädchenveranstaltung ist, hält sie aus eigener Erfahrung für eine sinnvolle Sache. „Die Mädchen probieren sich ohne das Machogehabe, das es auch schon in diesem Alter gibt, ungezwungener aus. Wenn ich Workshops mit gemischten Gruppen mache, dann lassen Jungs die Mädchen zum Beispiel nicht die Nägel einhämmern oder die Sägen bedienen.“ Unter Jacobis Anleitung entstanden in der Holzwerkstatt der Gemeinde Rosdorf verschachtelte Regale, Spiegel-Pinnwände mit Schmuckablagen oder Barhocker. Die vierzehnjährige Angelina hingegen hat eine filigrane Schatulle gebaut, „zum Beispiel für Schmuck“. Die ist als Geschenk gedacht. Zum Aktionstag gekommen ist Angelina, weil sie gerne mit Holz arbeitet – und „um mal was mit anderen Mädchen zu machen“. Auch sie will wiederkommen. sg

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Authored by: Blick Redaktion