100 Teilnehmer bei Gesundheitskonferenz in der BBS Einbeck
„Bewegte Pause“: Referentin Silke Guercke zeigt den Teilnehmern des Dialogforums „Betriebliches Gesundheitsmanagement“ Lockerungsübungen für zwischendurch. Foto: Riese

100 Teilnehmer bei Gesundheitskonferenz in der BBS Einbeck

Einbeck / Südniedersachsen. Digitalisiertes Gesundheitswesen, Gesundheitsförderung im Betrieb, Höherqualifizierung für Gesundheitsberufe: Auf der 2. Regionalen Gesundheitskonferenz der Gesundheitsregion Göttingen haben am Montag knapp 100 Teilnehmer in der BBS Einbeck die aktuell brennenden Themen der medizinischen Versorgung diskutiert. In drei sogenannten Dialogforen wurde über die jeweiligen Entwicklungschancen diskutiert.

E-Health: Eine Chance für die Gesundheitsversorgung? Im Bereich der ärztlichen Tätigkeiten und des medizinischen Wissens könne die Digitalisierung Ärzte unterstützen und entlasten, war sich Nils Hellrung, Vorsitzender des Beirates „ehealth.niedersachsen“ und Geschäftsführer der Symeda GmbH, sicher. Er halte es auch für realistisch, dass in wenigen Jahren Lösungen für die elektronische Patientenakte von Google oder Apple auf den Markt komme. „Inzwischen stellt niemand mehr infrage, dass man Vernetzung braucht, um das Gesundheitssystem zu erhalten“, so Hellrung.

„Fit statt fertig“: Betriebliches Gesundheitsmanagement
„Dass sich Investitionen in ein Betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) für Unternehmen lohnen, wenn es richtig gemacht wird, ist nachgewiesen“, so Michael Bode, Leiter Prävention beim Rehazentrum Rainer Junge. 60 Prozent aller deutschen Unternehmen würden allerdings in diesem Bereich nichts tun. Karin Henne-Mudrack von der Sparkasse Einbeck gab im Dialogforum Einblicke in ihr BGM: Für die 130 Mitarbeiter investiere man pro Jahr etwa 8500 Euro in Massagen und weitere 3000 in Check-Ups. Zuletzt waren zudem mehrere Tausend  Euro in das Bewegungsprojekt „In 80 Tagen um die Welt“ geflossen, mit dem Mitarbeiter zum Joggen motiviert werden sollten. Statt der angestrebten 80 Mitarbeiter schaffte man es, 121 zum Mitmachen zu bewegen, die pro Person und Tag im Durchschnitt 8,7 Kilometer liefen – insgesamt 81062,22 Kilometer. Der Lohn für das Bankinstitut: Ein Absinken der Krankenquote auf 3,2 Prozent, eine geringe Fluktuation im Betrieb und ein gutes Betriebsklima.

Gesundheitscampus – Zukunft der Gesundheitsberufe
In diesem Wintersemester haben die ersten Studenten auf dem Göttinger Gesundheitscampus ihr Studium aufgenommen. Erfreulich sei, so Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Gesundheitsregion, dass von 30 Studenten im Pflege-Bachelor 20 altgediente Kräfte aus der Universitätsmedizin (UMG) seien, die sich weiterbildeten. Das Angebot könne auf weitere Pflegeschulen ausgedehnt werden; auch die Altenpflege solle man in den Blick nehmen.
Annette Probst, Vizepräsidentin für Studium und Lehre an der Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK), sah hinsichtlich der Bezahlung von Pflegekräften die Politik gefordert. Diese sei für die Attraktivität des Berufsfeldes wichtig. sg / mr

Authored by: Blick Redaktion