Prävention im BLICK, Teil 1: Krebsvorsorge
Eine gesunde Ernährung kann dabei helfen, Krebs-erkrankungen vorzubeugen. Foto: Margot Kessler / pixeli.de

Prävention im BLICK, Teil 1: Krebsvorsorge

Göttingen. Nach Schätzungen des Berliner Robert-Koch-Instituts sind 2012 in Deutschland rund 478 000 Menschen  erstmalig an bösartigen Neubildungen, also Krebs, erkrankt. Jährlich sind etwa 221 000 Todesfälle auf Krebs zurückzuführen. Damit stellt Krebs die zweithäufigste Todesursache (nach Herz-Kreislauferkrankungen) dar. Nur etwa 30 Prozent dieser Menschen waren jünger als 60 Jahre. Dies zeigt eindrucksvoll, dass Krebs in erheblichem Maße eine Alterserkrankung ist.

Was ist Krebs?
Unser Körper besteht aus Milliarden unterschiedlichster Zellen, von denen jede einzelne auf bestimmte Aufgaben spezialisiert ist. Wie das menschliche Leben insgesamt, so ist auch die Lebensdauer jeder Körperzelle begrenzt. Im gesunden Gewebe sterben daher jede Sekunde Tausende von Zellen ab und werden durch neue Zellen ersetzt – und zwar genau in der Anzahl und mit der Funktionsbestimmung, wie sie benötigt werden. Bei einer Krebserkrankung aber gerät dieser wohl abgestimmte Mechanismus durcheinander. Es kommt zu einer unkontrollierten Zellteilung, zu bösartigen Wucherungen, die selbst keine positiven Funktionen im Organismus erfüllen, sondern sogar auf das benachbarte gesunde Gewebe zerstörend wirken und im ganzen Körper Absiedlungen bilden können.

Die häufigsten Krebserkrankungen sind bei den Männern nach wie vor Prostatakrebs (63 710 Neuerkrankungen im Jahr 2012), außerdem Lungenkrebs (34 490) und Darmkrebs (33 740). Frauen sind am häufigsten von Tumoren der Brustdrüse (69 550), des Darms (28 490) und der Lunge (18 030) betroffen. Gebärmutter- und Gebärmutterhalskrebs sind dank der Krebsvorsorgemaßnahmen auf etwa  7000 Neuerkrankungen pro Jahr zurückgegangen. In den Zahlen des Statistischen Bundesamtes wird Krebs als zweithäufigste Todesursache geführt. Nach Ansicht namhafter Experten ließe sich allerdings in bis zu 80 Prozent der Fälle die Erkrankung vermeiden: Es gibt Faktoren, die die Entstehung bestimmter Krebsarten begünstigen können. Die Vermeidung und Bekämpfung dieser sogenannten „Risikofaktoren“ sind das Hauptziel bei der Prävention des Krebses. Als unumstrittene Risikofaktoren gelten Rauchen, übermäßiger Alkoholkonsum, zu starke Sonnenbestrahlung und bestimmte krebsauslösende Stoffe wie Asbest. Aber auch die Ernährung wird in diesem Zusammenhang genannt: Etwa 35 Prozent aller Todesfälle durch Krebs sind auf falsche Ernährung zurückzuführen. Zwar sind die Nachweise schwierig zu führen, aber es gibt viele Hinweise darauf, dass  die Menschen durch eine gesunde Ernährung einen wichtigen Beitrag bei der Vorbeugung des Krebses leisten können. Obwohl die Daten je nach untersuchter Krebsart unterschiedlich sind, gibt es hinsichtlich Bewegung und Sport zur Prävention von Krebs einen einheitlichen Trend, der belegt, dass moderate tägliche Bewegung eine günstige Wirkung auf die Prävention bestimmter Krebserkrankungen wie Brustkrebs, Darmkrebs oder Prostatakrebs hat. Deshalb gibt es für einen gesunden Erwachsenen kaum einen Grund, regelmäßige körperliche Aktivitäten nicht in seinen Tagesablauf einzubauen.
Neben dieser sogenannten „Primärprävention“ (Strategie zur Vermeidung des Entstehens von Krebs) machen sich Ärzte in Zusammenarbeit mit den Krankassen seit Jahren stark für die „Sekundärprävention“ (Strategie zur frühzeitigen Erkennung eines bereits entstandenen Krebses  –  die Krebs-Früherkennungsuntersuchungen).

Diagnose = Todesurteil?
Nur rund 15 Prozent der Männer und 35 Prozent der Frauen nehmen jährlich an diesen Untersuchungen teil. Die wesentliche Ursache dafür ist die Angst, die vor allem aus der Auffassung genährt wird, eine Krebserkrankung komme einem Todesurteil gleich. Doch frühzeitig erkannt, steigen die Chancen auf Heilung. Darüber hinaus sind die notwendigen Behandlungsmethoden im Frühstadium einer Krebserkrankung weit weniger belastend als bei einer erst spät einsetzenden Behandlung. Aktiv das eigene Leben in die Hand nehmen – das sollte also Ihr Motto auch gegenüber dem Krebs sein. Thomas Suermann

❱❱ Der Verein „Ärzte für ambulante Prävention und Rehabilitation“ (Internet: www.praevention-goettingen.de) unterstützt bei der Vermittlung von Ärzten, die Krebsfrüherkennungsuntersuchungen durchführen. Unser Autor Thomas Suermann ist dort 1. Vorsitzender.

Authored by: Blick Redaktion