DVB-T-Abschaltung betrifft Göttingen noch nicht
Linke Karte: Regelbetrieb DVB-T2 HD ab 29. März 2017. Rechts: Geplanter Beginn der DVB-T2-HD-Versorgung ab November 2017 (oder später). Vorher müssen Göttinger, die bisher über DVB-T empfangen, nicht umrüsten. Einige Gemeinden im südlichen und westlichen Landkreis könnten von der Versorgung über die Sender „Habichtswald“ und „Kassel“ in Nordhessen profitieren und dadurch ab 2018 mehr Programme über DVB-T2 empfangen als bisher (z.B. RTL HD) – allerdings kostenpflichtig. Grafiken: www.dvb-t2hd.de

DVB-T-Abschaltung betrifft Göttingen noch nicht

Göttingen / Landkreis. TV-Nutzer, die ihr Fernsehprogramm über DVB-T empfangen, müssen umrüsten – in Göttingen und Umgebung allerdings nicht schon zum 29. März, wie in der Werbung oft suggeriert wird, sondern wahrscheinlich erst im Jahr 2018.

Die Nachricht klingt erst einmal ultimativ: Das digitale Antennenfernsehen DVB-T wird am 29. März 2017 abgeschaltet – das jedenfalls könnte man denken, wenn man sich die aktuellen Werbeslogans einiger Kabel- und IPTV-Anbieter anschaut. Auch der neue Anbieter „freenet TV“, der künftig für die kostenpflichtige Verbreitung privater HD-Sender wie RTL HD, ProSieben HD oder SAT.1 HD über den Nachfolgestandard DVB-T2 zuständig sein wird, behauptet genau das. Verschwiegen wird allerdings häufig, dass längst nicht in allen Regionen Deutschlands gleichzeitig auf DVB-T2 umgestellt wird. Göttingen ist momentan noch gar nicht betroffen, wie Informationstechnikermeister Oliver Günther von TV Günther / Radio Grabe erklärt: „Die Aufträge für die erste Ausbaustufe bis voraussichtlich November 2017 sind vergeben, und erst wenn diese abgearbeitet sind, geht es in die nächste Runde. Meiner Meinung nach wird der Göttinger Sender (Hetjershausen) erst Anfang / Mitte 2018 umgeschaltet.“ Bisher seien lediglich vorbereitende Arbeiten am Sender erfolgt. Die derzeit oft verbreiteten irreführenden Infos zur Abschaltung am 29. März würden nach Ansicht Günthers die Kunden in die Läden treiben. Oft seien es Senioren, die dadurch unnötigerweise Kabel-Verträge oder Ähnliches aufs Auge gedrückt bekommen. mr

❱❱ Der BLICK wird weiter über die Umstellung in unserer Region berichten. Tipp: Einen PLZ-bezogenen „Empfangscheck“ und weitere Informationen gibt es schon jetzt auf der Internetseite www.dvb-t2hd.de.

Verschiedene Empfangswege
Außer über DVB-T und später DVB-T2 können öffentlich-rechtliche und private Fernsehsender via Satellit, Kabel, IPTV (etwa über die Telekom oder Vodafone) oder per Streaming (zum Beispiel über die Apps „Zattoo“ oder „Magine.tv“) empfangen werden. Die Übertragung ist auf allen Wegen auch hochauflösend möglich. Für die privaten HD-Sender fällt allerdings meist eine zusätzliche Gebühr an – so wie es auch beim Standard DVB-T2 sein wird.

Authored by: Markus Riese