Projekt EcoBus kann durchstarten / 794 000 Euro vom Land
Nach der Übergabe der Bewilligung im Max-Planck-Institut (v.l.): Fritz Rössig (Zweckverband Großraum Braunschweig), Landesbeauftragter Matthias Wunderling-Weilbier, Ministerin Gabriele Heinen-Kljajić, Stephan Herminghaus (MPIDS), Andreas Sorge (MPIDS), Marc Timme (MPIDS) sowie die Landrätin des Landkreises Northeim Astrid Klinkert-Kittel. Foto: r

Projekt EcoBus kann durchstarten / 794 000 Euro vom Land

Göttingen. Der EcoBus kann durchstarten. Das Projekt, welches den öffentlichen Nahverkehr nachhaltig ergänzen soll, wird vom Land Niedersachsen mit 794 000 Euro gefördert. Nun geht es in die Pilotphase.

„Es ist ein wichtiges Projekt, ich glaube fest an die Idee“, sagte die niedersächsische Ministerin für Wissenschaft und Kultur Gabriele Heinen-Kljajić. Im Beisein von Gemeindevertretern aus den Landkreisen Göttingen und Northeim sowie Vertretern aus Politik und Wissenschaft überreichte sie am Freitag am Max-Planck-Institut für Selbstorganisation (MPIDS) die Bewilligung der Fördermittel an das Forscherteam. Zu viel Verkehr auf den Straßen in den Städten und auf dem Land ist das Problem, welches die Entwickler von EcoBus angehen wollen. Hinzu kommt, dass zu viele Menschen in ihren Autos allein unterwegs sind. Das EcoBus-Konzept basiert auf dem Grundgedanken des Anrufbusses: Die Kleinbusse des EcoBus sind flexibel. Sie kommen zu jeder Uhrzeit an jeden Ort, um Menschen zu befördern. Klingt simpel, doch viele Beteiligte hatten sich die Entwicklung des EcoBus-Systems in den Anfängen im Jahr 2011 einfacher vorgestellt.

Damals begann Projektleiter Prof. Marc Timme mit dem Forschungs- und Entwicklungsprojekt am Max-Planck-Institut für Selbstorganisation. „In der Zwischenzeit hatte sich allerdings herausgestellt, dass die Entwicklung anspruchsvoller werden würde als ursprünglich gedacht“, erklärte Timme. Seitdem haben sich deshalb zahlreiche Wissenschaftler mit der Thematik beschäftigt. Die Max-Planck-Forscher durchliefen dabei den aufwendigen Prozess von der Grundlagenforschung bis in die Entwicklungsphase.  Modernste Netzwerkalgorithmen müssen für das Projekt EcoBus entwickelt werden, um die Fahrwünsche in Echtzeit aufeinander abzustimmen. Mittelfristig soll dabei ein Mobilitätssystem für Land und Stadt entstehen, dessen Teile wissenschaftlich entwickelt und dann praktisch in Südniedersachsen erprobt werden. Jetzt, nach sechs Jahren, ist man soweit. EcoBus ist breit abgestützt. Wichtige Kooperationspartner im Projekt sind die Zweckverbände Großraum Braunschweig (ZGB) und der Verkehrsverbund Südniedersachsen (ZVSN). Gemeinsam soll nun entschieden werden, wo erste Pilotphasen stattfinden werden. Das Interesse, daran teilzunehmen, war groß, das zeigte die Anwesenheit zahlreicher Bürgermeister aus Städten und Gemeinden in Südniedersachsen.  „Nur in der gemeinsamen Anstrengung von Europäischer Union, Land, Region und Wissenschaft ist ein solches Projekt zu stemmen“, betonte Prof. Stephan Herminghaus, in dessen Abteilung „Dynamik komplexer Fluide“ das Projekt am MPIDS angesiedelt ist. bm

Authored by: Blick Redaktion