Eigen feiert Ehrung und Geburtstag
Manfred Eigen feiert Ehrung und Geburtstag. Foto: r

Eigen feiert Ehrung und Geburtstag

Göttingen. Manfred Eigen, langjähriger Direktor am Max-Planck-Institut (MPI) für biophysikalische Chemie und dessen Gründer, beging am  Dienstag seinen 90. Geburtstag. Zudem jährt sich der ihm 1967 verliehene Nobelpreis für Chemie, mit dem er für seine bahnbrechenden Forschungsarbeiten zu ultraschnellen Reaktionen geehrt wurde, zum 50. Mal.

Als Eigen 1953 als junger Assistent von Karl Friedrich Bonhoeffer am MPI für physikalische Chemie anfing, extrem schnelle chemische Reaktionen zu untersuchen, galten einige dieser Abläufe als „unmessbar schnell“. Trotzdem begann der Physiko-Chemiker, die Relaxations-Messmethoden zu entwickeln. 1954 stellte er diese bei der Faraday Society in London öffentlich vor – eine wissenschaftliche Sensation: Mit diesen Methoden war es erstmals möglich, Reaktionsgeschwindigkeiten im Mikro- und sogar Nanosekunden-Bereich zu messen. Sein wissenschaftlicher Durchbruch, für den er gemeinsam mit Ronald G. W. Norrish und George Porter 1967 mit dem Nobelpreis für Chemie ausgezeichnet wurde, klärte zentrale Fragen der Biochemie.  
Angesteckt von Bonhoeffers Interesse für die Biologie befasste sich Manfred Eigen ab 1968 mit dem Problem der molekularen Selbstorganisation und der Entstehung des Lebens. Er stellte Darwins Idee der Evolution mittels natürlicher Auslese auf eine solide physikalische Basis und wandte diese auf molekulare Systeme an. Ihm gelang es, eine Brücke zwischen Biologie und Physik zu schlagen.  Mit seinen Theorien zur Selbstorganisation komplexer Moleküle und der Entwicklung von „Evolutionsmaschinen“ begründete Manfred Eigen in den 1980er-Jahren einen neuen Zweig der Biotechnologie-Branche – die „evolutive Biotechnologie“. „Wir waren hungrig nach Wissenschaft“ – mit dieser Einstellung hat der Naturwissenschaftler bis heute das Leben zahlreicher Mitarbeiter und Forscher geprägt. r

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Authored by: Blick Redaktion