Göttinger Aidshilfe bietet Workshops für Flüchtlinge
An Penismodellen aus Holz können die Teilnehmer das richtige Aufrollen üben. Foto: Mischke

Göttinger Aidshilfe bietet Workshops für Flüchtlinge

Göttingen. In vielen Ländern, aus denen Flüchtlinge nach Deutschland kamen, ist das Thema Sexualität weitgehend tabuisiert. Mit dem Projekt „Wohlbefinden, Gesundheit und Schutz in der Zweisamkeit“ wollen die niedersächsischen Aidshilfe-Vereine jungen Geflüchteten das (Sexual-)Leben in der vergleichsweise libertären deutschen Gesellschaft erleichtern.

So auch die Göttinger Aidshilfe. Hier werden mit der Jugendhilfe Süd-Niedersachsen Workshops angeboten, in denen Flüchtlinge Basis-Informationen über einen verantwortungsvollen und freiheitlichen Umgang mit ihrer Sexualität und der anderer erhalten. Wichtig: Zwang beim Sex gilt in Deutschland als sexuelle Gewalt und ist daher verboten. Weitere Themen sind Aids-Übertragungswege, Schutz vor Infektionen, Selbstbestimmung, Freiwilligkeit und Einvernehmlichkeit als Basis für gemeinsame Sexualität sowie sexuelle Rechte, Schutzalter, Akzeptanz gleichgeschlechtlicher Partnerschaften und die Auswirkungen von Alkohol und anderen Drogen. Und der richtige Gebrauch von Kondomen.  „Wir wollen geflüchtete Menschen dabei unterstützen, sich in unserer Gesellschaft besser zurechtzufinden“, betont Simone Kamin, Präventionsbeauftragte der Aidshilfe. „In unseren Workshops erleben wir häufig, dass sich tatsächliche oder vermeintliche kulturelle Schranken auflösen können, wenn die Teilnehmenden sich mit ihren Erfahrungen und Fragen ernstgenommen fühlen und Neues über ihre gesundheitlichen und sexuellen Rechte in Deutschland erfahren.“ hein

Authored by: Blick Redaktion