Händel-Festspiele: Künstlerische Qualität begeistert
Vom Pubblikum gefeiert: Sophie Rennert (Lotario) und Marie Lys (Adelaide). Foto: r

Händel-Festspiele: Künstlerische Qualität begeistert

Göttingen. Mit gleich drei Dernièren sind die Internationalen Händel-Festspiele Göttingen am Sonntag, 28. Mai, zu Ende gegangen. Bereits am Nachmittag feierte das Team der Jugendoper „Beyond Doubt: Lotario“ im Jungen Theater „nach sechs begeisternden Vorstellungen und großartigen Kritiken den Erfolg seines mehrmonatigen Projekts“, betonen die Veranstalter.
Während in der Stadthalle das Göttinger Symphonie-Orchester zum zweiten und letzten Mal Haydns Orfeo ed Euridice gab, ging im Deutschen Theater die letzte Vorstellung der Festspieloper zu Ende.

In sechs Aufführungen, dem Public Viewing und der Familienfassung sahen über 4000 Besucherinnen und Besucher Händels selten gespielten Lotario.  „Ich bin begeistert von der unglaublich positiven Resonanz auf alle Veranstaltungen der Festspiele“, so der geschäftsführende Intendant Tobias Wolff. „Sowohl das Festspiel-Orchester Göttingen unter der Leitung von Laurence Cummings und Publikumslieblinge wie Dominique Labelle, aber beispielsweise auch die aufstrebenden Nachwuchskünstler des Stipendiatenprogramms ‚eeemerging‘ und der ‚göttingen händel competition‘ haben Publikum wie Kritik restlos bezaubert.“ Begeistert sei auch die Festspieloper Lotario aufgenommen worden, die Regisseur Carlos Wagner zu einem „packenden Kammerspiel verdichtete und die mit einem überzeugenden Ensemble in allen Partien stark besetzt“ war. Die Koproduktion werde 2019 im Konzert-Theater Bern zu erleben sein.
Auch ein weiteres kooperatives Opernprojekt, der halbszenische Lucio Cornelio Silla mit barocken Kostümen und historischer Gestik, gemeinsam realisiert mit den Tagen Alter Musik in Herne und den Ludwigsburger Schlossfestspielen, sei begeistert aufgenommen worden. „Über das große Lob der künstlerischen Qualität von Besuchern und Medien, freue ich mich natürlich besonders“, so Wolff.

Die Verkaufszahlen 2017 seien zwar ähnlich denen des Festspieljahres 2016, die Auslastung sei allerdings mit 70 Prozent deutlich niedriger als im Vorjahr gewesen. „Grund hierfür ist vor allem, dass mehr Veranstaltungen in großen Spielstätten wie der Stadthalle und der St. Johannis-Kirche beziehungsweise größeren Kirchen in der Region auf dem Programm standen als in den Vorjahren.“ Auch die Ausdehnung des Festspielzeitraums auf drei Wochenenden habe laut etlichen Besucher-Rückmeldungen Einfluss gehabt. „Wir haben dieses Experiment gewagt, werden aber im kommenden Jahr zu unserem traditionellen Zwölf-Tages-Zeitraum zurückkehren“, so Tobias Wolff.  Zudem sei die Veranstaltungsdichte allgemein höher als in früheren Jahren gewesen. „Das Mehr an Veranstaltungen und Plätzen hat bei uns nicht ein deutliches Mehr an Publikum nach sich gezogen. Im kommenden Jahr werden wir dementsprechend im Hinblick auf unsere Effizienz wieder ein etwas konzentrierteres Programm auflegen.“ Etwa 50 Medienvertreter aus dem In- und Ausland, darunter Journalisten aus Großbritannien, den USA, Australien, Italien und Frankreich hatten sich akkreditiert. NDR Kultur übertrug nicht nur die Premiere der Oper und gemeinsam mit Deutschlandfunk Kultur das Festspieloratorium Brockes-Passion live im Hörfunk, sondern hat auch weitere Konzerte mitgeschnitten. Diese werden von Juni bis August in unterschiedlichen Formaten ausgestrahlt. Deutschlandfunk Kultur sendet am 24. Juni die aufgezeichnete Opernpremiere. r / ski

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Authored by: Blick Redaktion