„Landpartie unter den Gleichen“ am 24. Juni
Alfons Freiherr von Gleichen-Uslar zeigt die markante Wetterfahne des Gutes, auf dem die Landpartie stattfinden soll. Foto: Schubert

„Landpartie unter den Gleichen“ am 24. Juni

Sennickerode. Auf dem Rittergut Sennickerode wollen die Gleichener mit ihrer ersten „Landpartie unter den Gleichen“ am 24. Juni „Landleben im Wandel“ präsentieren.
Es soll ein großes Kulturfest werden, das über die Gemeinde hinaus strahlt – mit Viehauftrieb, Handwerkerschau, Spiel-aktionen, Musik, Theater und Diskussionsrunden. Das Naturverständnis gerade bei Städtern gehe immer mehr verloren, erklärt Mitinitiator Eckhardt Wiesenthal die Intention. „Dabei pulsiert das Leben in den Dörfern“, fügt er an, „ein Leben miteinander und füreinander im Einklang mit der Natur.“

Ein Anspruch, dem sich auch die Familie Uslar von Gleichen seit Jahrhunderten gestellt und so die Entwicklung der Region rund um die Gleichenberge mit geprägt hat. „Auch vom Land in die Stadt hinein“, sagt Alfons Freiherr von Uslar-Gleichen. „Das Fest ist eine gute Gelegenheit, zu sehen, wo Gleichen heute steht und wie sich die ländliche Region weiter entwickeln kann“, fügt der Verwalter des Gutshofes Sennickerode an, das auch durch seine zentrale Lage für die Landpartie geeignet sei. Die Freiherren von Uslar kommen aus Uslar. Vor 750 Jahren bezogen sie zwei Burgen auf Bergen südöstlich Göttingens, die der Gemeinde Gleichen ihren Namen geben. Später zogen die Freiherren in die Täler, auch auf das Gut Sennickerode, heißt es in einer Zusammenfassung zu dessen Geschichte. Von den Burgen existieren an einer Stelle nur noch wenige Mauerreste. Sennickerode wurde 1309 erstmals urkundlich erwähnt, um 1560 wurden die ersten großzügigen Gebäude errichtet, sagt von Uslar. Der Hof Sennickerode in seiner rechteckigen Form wurde um 1780 von Thilo-Leberecht von Uslar angelegt. Seine Initialen zieren die markanten Wetterfahnen auf den Dächern der Gutsgebäude: ein Zähne fletschender Wolf.

Um 1880 wurde die Anlage erweitert. Sie besteht aus mehreren Fachwerk- und Sandsteingebäuden für den Wirtschaftsbetrieb und aus einem im klassizistischen Barock errichteten Haupthaus. Hinzukamen eine große Lagerhalle sowie eine Solar- und Erdwärmeanlage. „Wir gestalten hier Energiewende im Kleinen“, sagt von Uslar. Auf dem traditionsbewussten aber modernen Hof gebe es allerdings eine technische Schwachstelle: „Uns fehlt schnelles Internet.“ Das Haupthaus wird von Mitgliedern der Familie genutzt. Forst- und Landwirtschaft betreibt die Familie mit drei Partnern in einer Betriebsgemeinschaft. Schwerpunkt dabei ist Ackerbau, so von Uslar: Raps, Weizen, Gerste, Zuckerrüben. Darüber hinaus verwaltet die Familie eigene Stadt-Immobilien, bietet Säle sowie den Garten des Gutshauses über eine eigene Event-Agentur für Feste an. Auch die Initiative „Kultur im Kreis“ und die Händelfestspiele haben hier Station gemacht. us

Schafe, Büffel, Trecker, Tanz und Lagerfeuer
Sennickerode. Aus allen 16 Dörfern in der Gemeinde Gleichen beteiligen sich Vereine, Landwirte, Firmen, Ortsräte die Feuerwehren und andere an der ersten „Landpartie unter den Gleichen“ am Sonnabend, 24. Juni, auf dem Rittergut Sennickerode. Mit ihrem Bühnenprogramm und an mehr als 50 Ständen zeigen sie, was eine ländliche Region von heute prägt – mit Beiträgen zu Markt und Kunst, Land- und Forstwirtschaft, Bau und Handwerk, Religion und Toleranz. Exotische Nutztiere wie Wasserbüffel sind ebenso zu sehen wie Oldtimer-Fahrzeuge. Das Kulturfest beginnt um 10 Uhr mit einem Schafauftrieb und neigt sich ab 19 Uhr, nach dem Schafabtrieb auf eine nahegelegene Wiese, mit einem gemütlichen Lagerfeuer dem Ende zu. Parkplätze am Gut (Kreisstraße 15) sind ausgeschildert, die Feuerwehren der Gemeinde regeln den Verkehr. Die Direktverbindung von Bremke (Haspel) zum Gut wird als Einbahnstraße ausgewiesen.

Authored by: Blick Redaktion