Prävention im BLICK (Teil 5) zum Tag des Sonnenschutzes
Jedes Jahr am 21. Juni geht es einen ganzen Tag lang um das eine wichtige Ziel: Das Bewusstsein der Menschen für einen wirksamen Sonnenschutz zu schärfen. Foto: r

Prävention im BLICK (Teil 5) zum Tag des Sonnenschutzes

Göttingen. Jedes Jahr am 21. Juni geht es einen ganzen Tag lang um das eine wichtige Ziel: Das Bewusstsein der Menschen für einen wirksamen Sonnenschutz zu schärfen. Sommerzeit ist Sonnenzeit, doch so sehr die Sonne die Stimmung anhebt, ungeschütztes Genießen lässt nicht nur unsere Haut vorschnell altern, sondern ist lebensgefährlich. In einer Zeit, in der auch in unseren Regionen die fehlende oder mangelhaft ausgebildete Ozonschicht keinen ausreichenden Schutz vor den schädlichen UV-Strahlen der Sonne gewährt, muss durch entsprechende Kleidung und schützende Hautcremes das Eindringen der Strahlen in unsere Haut erschwert werden.

Doch gerade beim Umgang mit den schützenden Hautcremes gibt es viele Missverständnisse. 41 Prozent der Bevölkerung kennen die Bedeutung des Lichtschutzfaktors (LSF) der Sonnencreme nicht. „LSF 30“ bedeutet: „Ich bin dreißigmal länger geschützt als ohne Sonnencreme.“ Wir unterscheiden drei verschiedene UV-Spektren mit biologischen Wirkungen auf unsere Haut: UVA mit einer Wellenlänge von 320 bis 400 nm (1 nm = 1 Milliardstel Meter), UVB (280 bis 320 nm) und UVC (200 bis 280 nm). Mit zunehmender Wellenlänge werden die Strahlen immer schlechter durch die in der Atmosphäre befindlichen Gase zurückgehalten. Hierbei ist es in erster Linie die etwa 30 Kilometer dicke Qzonschicht, die die UVC-Strahlen nahezu vollständig absorbiert, bei den UVB-Strahlen nur einen kleinen Rest durchlässt, bei den UVA-Strahlen etwa vier Prozent – vorausgesetzt, die Ozonschicht  ist vollständig. Wahrend UVB nur bis in die Epidermis (Oberhaut) gelangt und dort den Sonnenbrand verursacht, kann UVA tief in die Dermis (Lederhaut) eindringen und Zellschäden verursachen. Sollte sich die Sonne im Sommer häufig hinter Regenwolken verstecken, wollen viele Menschen die Sonnenbräune unter dem Solarium herbeizaubern. Gebräunte Haut ist schick – und das Wissen um die Gefahren der UV-Strahlen mangelhaft. Beim Solarium wird zwar die UVB-Strahlung herausgefiltert, die UVA-Strahlung aber wird aus Leuchtstoffröhren mit zum Teil  höherer Intensität als die der natürlichen Sonne auf die Haut gerichtet.
Der Alterungsprozess der Haut (Faltenbildung) wird durch UVA-Strahlen erheblich beschleunigt, erst recht durch die Leuchtstoffröhren der Sonnenstudios.

Nach einer Hochrechnung  des Instituts für Krebsepidemiologie der Universität in Lübeck erkrankten 2010 etwa 234 000 Menschen an Hautkrebs. Der häufigste Hautkrebs ist der Basalzellkrebs (Basaliom), der nicht ganz so gefährlich ist im Vergleich zu anderen Krebsarten, da er nicht streut. Am zweithäufigsten ist der Stachelzellkrebs (Plattenepithelkrebs), der meist bei älteren Männern (Stirn, Nase, Kopfhaut bei Glatze) vorkommt. Ab einer Größe von über einem Zentimeter besteht die Gefahr einer Metastasierung (Streuung). Das maligne Melanom der Haut, auch schwarzer Hautkrebs genannt, ist die bösartigste Form von Hautkrebs. Es tritt bei Männern am häufigsten am Rücken, bei Frauen bevorzugt an den Unterschenkeln auf. Jedes Jahr erkranken in Deutschland mehr als 21 000 Menschen an einem malignen Melanom. Als Risikofaktoren für das Melanom gelten wiederholte intensive UV-Exposition, Vorkommen des Melanoms in der Familie, viele und/oder „unruhige‘“ Pigmentmerkmale, lichtempfindliche Haut, Sonnenbrände in Kindheit oder Jugend. Hilfreich bei der Früherkennung ist die „A-B-C-D-Regel“: A wie Asymmetrie, B wie Begrenzung (uneben, rau, zackig), C wie Colour (mal heller, mal dunkler) und D wie Durchmesser (bei über zwei Millimetern ist besondere Beachtung erforderlich). Ebenfalls wichtig zur Vorsorge sind Früherkennungs-Untersuchungen beim Hautarzt.  Aber nur jeder Dritte weiß, dass man sich ab dem 35. Lebensjahr regelmäßig beim Hautarzt oder beim Allgemeinmediziner untersuchen lassen sollte (wird von den Krankenkassen bezahlt).
Thomas Suermann

Authored by: Blick Redaktion