Niedersächsischer Finanzminister Peter-Jürgen Schneider besucht UMG
Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (2.v.l.) im Gespräch mit Dr. Martin Siess – in Begleitung von Gabriele Andretta und Prof. Heyo Kroemer beim Rundgang auf dem Gelände der UMG. Foto: Vetter

Niedersächsischer Finanzminister Peter-Jürgen Schneider besucht UMG

Göttingen. Erstmals hat am Freitag der niedersächsische Finanzminister Peter-Jürgen Schneider (SPD) die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) besucht. Bislang, so der Minister, war die UMG für ihn nur eine „große Haushaltsstelle“.

Gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Gabriele Andretta (SPD) und Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) führten die UMG-Vorstände Prof. Heyo Kroemer, Dr. Martin Siess und Dr. Sebastian Freytag den Finanzminister durch das Haus.  „Wir haben im vergangenen Jahr 65 700 Patienten  stationär versorgt“, sagte Siess. Konzipiert wurde das Haus einst für nicht einmal halb so viele. Und: „Die Zahl steigt seit Jahren kontinuierlich um etwa drei Prozent.“ Auch die Medizin habe sich in den vergangenen 40 bis 50 Jahren rasant verändert. Die UMG habe bislang flexibel drauf reagieren können. „Jetzt sind wir am äußersten Limit“, so Siess. Während seines kurzen Besuchs, so Schneider, habe er mehr über das „komplexe Gebilde“ UMG erfahren als in unzähligen Stunden Aktenstudium. Er sprach mit einer Tumorpatientin auf der Palliativstation, durch die Leiter Prof. Friedemann Nauck führte. Klaus Fricke vom Baumanagement zeigte dem Minister die Fläche, auf der das neue Bettenhaus entsteht. Einblicke in die Hightech-Medizin wie die Erforschung und Züchtung von Herzgewebe demonstrierte Prof. Wolfram-Hubertus Zimmermann. 

Das Gewebe aus menschlichen Zellen und Kollagen, das in seinen Petrischalen pulsiert, soll Herzpatienten helfen. Die ersten zehn Patienten sollen bald in einer ersten klinischen Studie damit behandelt werden. Das neue Deutsche Zentrum für Herz-Kreislauf-Forschung, in dem Zimmermanns Team forscht, ist in diesem Jahr eröffnet worden. Ein hochmodernes Gebäude. Um den jahrelangen Sanierungsstau in den alten UMG-Bauten zu bewältigen, wird nun als erster Bauabschnitt ein Bettenhaus für 160 Millionen Euro gebaut. Schneider rechnet für die gesamte Modernisierung „mit mehr als einer Milliarde Euro für die UMG“. Kroemer nannte es „eine herausragende Leistung“, was die Politik geschafft habe. „In den vergangenen Monaten haben wir sehr wenig geschlafen“, so der Vorstandsprecher. Den neuen „Masterplan 2.0“ will der UMG-Vorstand in einigen Wochen vorlegen. Schneider: „Dieses ist das größte Bauvorhaben im Land seit langer Zeit.“ bib

Authored by: Blick Redaktion