BLICK-Kneipenserie, Teil 10: Zak
Hohe Publikumsfrequenz, nicht nur an den Wochenmarkttagen: Alfred Barthold, Mitarbeiterin Helena Krauss. Foto: Kirchhoff

BLICK-Kneipenserie, Teil 10: Zak

Göttingen. Unter den großflächig aufgespannten roten Stoffdächern, zwischen Pflanzen und vor der berankten Hausfassade ruhen die Augen der Gäste gefällig auf gefüllten Tellern und beschlagenen Gläsern. Vor dem Zak ist ganztägig Entspannung angesagt.
Innen: Dunkles Holz soweit das Auge reicht – warm und behaglich im Winter, jetzt schattig und kühler. Und leer. Alle wollen draußen sitzen, es sei denn, keiner der 200 abgeschirmten Plätze ist mehr frei. „Wir waren neben dem Kaz die erste größere Gaststätte mit Außenbereich in Göttingen“, sagt Al-
fred Barthold, einer von drei Geschäftsführern, die mit 50 Mitarbeitern im kommenden Jahr 25-jähriges Bestehen feiern. 1993 hatten ehemalige Mitarbeiter des Gasthauses im Kommunikations- und Aktionszentrum am Wochenmarkt vis à vis ihre eigene Kneipe aufgemacht – und die Buchstaben ihres Ex-Lokals gedreht: Der Name Zak, so Barthold, habe jedoch keine tiefere Bedeutung.
Ursprünglich war das Konzept auf junges, studentisches Publikum ausgerichtet: Zum Bier gabs Toast. „Das wars. Aber dann ist alles anders gekommen. Die Gäste wollten mehr.“ Und immer mehr Gäste „quer durch alle Generationen“ fanden Geschmack am Zak – den Küchencrew und Barkeeper erfinderisch und schöpferisch verfeinerten.
Nach dem beliebten Frühstücksangebot haben die Gäste beim Blick auf die Getränkekarte die Qual der Wahl – Eistee oder Buttermilch, gemixt mit vielerlei Sorten Saft, sind ein sehr sommerlicher Einstieg. Und dann? Die Cocktail-Liste ist noch länger als die der langen Drinks.
Kartenwechsel. Die nächste Entscheidung fällt ebenso leicht: unter anderem zwischen Suppen, Baguettes, Aufläufen, Pasta, Steaks, Burgern (auch vegetarisch und vegan), Salaten, Nachtischangeboten und Gerichten für Kinder. Das Team verpasste allen Speisen den Titel eines Films. „Bullets over Broadway“ (Gemüsebratling), „Bärenbrüder“ (Filet in Pfifferlingssauce), „Mondsüchtig“ (Tortellini mit Spinat und Co.) oder „Der Duft der Frauen“ (Ofenkartoffel mit aromatischen Zutaten) klingen verlockend. Die „Früchte des Zorns“ verleiten eher zur Vorsicht – doch mit dem ersten Löffel Eis, Obstsalat, Himbeersauce und Sahne zur Einsicht: Gut, dass der Zauberer dieses Desserts in seinem Handwerk auch mal nicht besänftigt ist. ski

Authored by: Markus Riese