Boat People Projekt mit neuem Programm
Das Team des Boat People Projekts freut sich auf das neue Programm. Foto: Brand

Boat People Projekt mit neuem Programm

Göttingen. Von Schauspielen, über Musicals bis hin zu Workshops und Fortbildungen reicht das neue Programm des „Boat-People Projekt“ (BPP) für die Saison 2017/18. In den vorgestellten Projekten werden gegenwärtige politische wie gesellschaftliche Diskurse und Herausforderungen thematisiert. Dabei arbeitet das Team des BPP mit den unterschiedlichsten Menschen zusammen.

Eines der Kooperationsprojekte, das den Arbeitstitel „Nora“ trägt, entstand aus der Zusammenarbeit des BPP mit den drei Künstlern Wessam Talhouq, Ayham Abu Shaqra und Wessam Darweash, die aus ihrer Heimat Syrien nach Europa geflohen sind. „Warum bin ich gegangen? Hätte ich lieber bleiben sollen?“ – diese und weitere Fragen bewegen den Regisseur des Stücks, Wessam Talhouq, nach seiner Ankunft in Deutschland. Wie viele andere Menschen ist er in der Hoffnung auf Besserung der Verhältnisse aus seiner Heimat geflüchtet.
Um hier seinen Beruf weiterhin ausüben zu können, ist er aber auf die Unterstützung anderer angewiesen, die ihm beispielsweise bei der Beantragung von Fördergeldern helfen, erklärt Nina de la Chevallerie. Sie entschied sich zusammen mit ihrem Team, ihn mit einem Produktionsangebot zu unterstützen. Gemeinsam arbeiten sie seitdem an dem Kooperationsprojekt, das nächstes Jahr im Mai zu sehen sein wird. Das Stück „Die Probe – Galixeo in Deutschmania“ hat bereits Ende September Premiere. Hierbei handelt es sich um eine Schauspielproduktion, die auf den gegenwärtigen politischen und gesellschaftlichen Diskurs um die Frage nach dem Umgang mit Geflüchteten reagiert. Bei dieser Produktion treten auch professionelle Schauspieler von der Schauspielschule aus Damaskus auf.

„Einen Schritt hin zur Professionalisierung“ nennt Hans Kaul das „Boat-People-Songprojekt“, das im Februar 2018 uraufgeführt wird. Dieses Stück sei der „Höhepunkt einer vier Jahre andauernden musikalischen Auseinandersetzung mit der kulturellen Heimat von Geflüchteten“. Neben den Schauspielproduktionen organisiert das Team des BPP auch Workshops, einen Kinder-Theaterclub sowie unter der Leitung von Nicola Bongard, Kulturpädagogin und Dramaturgin, eine Lehrerfortbildung für Darstellendes Spiel. Das BPP ist ein Freies Theater. Seit 2015 ist es im ehemaligen Institut für den wissenschaftlichen Film (IWF) untergebracht. Das Gebäude, das derzeit auch als Flüchtlingsunterkunft genutzt wird, wird aber im kommenden Jahr geschlossen, sodass das Team bereits auf der Suche nach neuen Räumlichkeiten ist. Auf Anfrage, wie gut die Chancen für neue Räumlichkeiten seien, antwortet Reimar de la Chevallerie: „Wir nehmen die Herausforderung an und werden in Göttingen bleiben.“ lab

Authored by: Blick Redaktion