Literarisches Zentrum präsentiert neues Programm
Das Literarische Zentrum hat sein neues Programm vorgestellt. Foto: r

Literarisches Zentrum präsentiert neues Programm

Göttingen. Das Literarische Zentrum Göttingen hat sein Programm für den kommenden Herbst und Winter vorgestellt. Ihre neuesten Arbeiten präsentieren in Göttingen unter anderen Arundhati Roy, Ingo Schulze, Robert Menasse, Stefan Aust und Linda Boström Knausgard.

Sehr ausgewogen sei das aktuelle Programm, so Zentrumsleiterin Anja Johannsen. In der vergangenen Saison sei das Politische vielleicht etwas überbetont gewesen. Man wolle zwar weiter Haltung zeigen mit der Auswahl von Themen und Autoren, es solle aber weniger Schlagseite haben, so Johannsen. Über das Fantastische in der Literatur und über die Kunst der Kurzprosa sprechen zum Auftakt am 13. September der amerikanische Autor Elliot Weinberger und sein österreichischer Kollege Clemens J. Setz. In seinem neuen Essayband zeigt Weinberger, wie viel Unbekanntes, Mystisches jenseits menschlicher Horizonte liegt. Mit Setz ist ein bekannter österreichischer Autor eingeladen, dessen Stück „Vereinte Nationen“ am 29. September im Deutschen Theater Premiere hat.

Eine Ehre sei es, so Johannsen, dass sie nach Göttingen kommt: Arundhati Roy stellt am 16. September ihren neuen Roman „Das Ministerium des äußersten Glücks“ vor. Sie erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der lieber Frau wäre als Mann. Viele  Jahre hat die prominente Um- welt- und Friedensaktivistin keine längere Prosa mehr geschrieben, nachdem sie vor 20 Jahren den vielbeachteten Roman „Der Gott der kleinen Dinge“ veröffentlicht hat. Untätig war sie dazwischen allerdings nicht: Arundhati Roy schrieb Essays, Sachbücher, machte Dokumentarfilme. Figur eines Romans und selber Autorin ist Linda Boström Knausgard. Ihr Mann Karl Ove Knausgard hat in seinem preisgekrönten autobiografischen Roman-Projekt auch sie, ihre manisch-depressiven Anfälle und ihr Ringen um ihren eigenen Roman ausführlich beschrieben. Diesen Roman, „Willkommen in Amerika“, über ein elfjähriges Mädchen, das nach dem Tod des Vaters das Sprechen einstellt, wird Boström Knausgard am 24. September im Literarischen Zentrum vorstellen.

Am 9. November wird Stefan Aust beim Literarischen Zentrum zu Gast sein. Über die vollständig überarbeitete und erweiterte Neuausgabe seines Buches „Der Baader-Meinhof-Komplex“ spricht er mit dem Journalisten Stephan Lohr im Alten Rathaus. Seinen neuen Roman „Peter Holtz und sein glückliches Leben“ stellt am 22. November Ingo Schulze vor. Ein vergnügliches Gespräch mit Joachim Dicks über diesen Peter Holtz, der eine bessere Welt schaffen, das Geld verbannen wollte und dann plötzlich selber reich ist und das Geld mit Anstand wieder los werden will, versprechen die Organisatoren. chb

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Authored by: Blick Redaktion