Forum Wissen vor dem Start
Kulturhistorische Schätze pflegen (v.l.): Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel, Marie Luisa Allemeyer (Direktorin der Zentralen Kustodie der Uni), Dr. Sabine Schormann (Direktorin der Niedersächsischen Sparkassenstiftung), Rainer Hald (Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Göttingen), Karsten Ley (Ottobock HealthCare), Joachim Baur (Kurator). Foto: Richter

Forum Wissen vor dem Start

Göttingen. Das Forum Wissen wird ein ganz entscheidender Baustein der „Exzellenz-Strategie“. Das hat Universitätspräsidentin Prof. Ulrike Beisiegel in der vergangenen Woche verkündet. 18 Millionen Euro sind inzwischen zusammengekommen, bereitgestellt von öffentlichen und privaten Förderern – für einen ersten Bauabschnitt. Vor ihrer Berufung zur Präsidentin der Universität Göttingen habe sie im Wissenschaftsrat mitgearbeitet, der die Bundesregierung berät. Eine zentrale Empfehlung damals war: Die Universitäten und Länder sollten sich besser um ihre kulturhistorischen Schätze und Sammlungen kümmern, berichtete Beisiegel. Als Präsidentin habe sie dies nun als Auftrag verstanden.

Die derzeit 74 Teilsammlungen an 30 Standorten, so Marie Luisa Allemeyer, Direktorin der zentralen Kustodie der Uni, sollen für Forschung und Lehre genutzt und der Öffentlichkeit in Ausstellungen zugänglich gemacht werden. Mit der Ausarbeitung des vorliegenden Grundkonzepts für das Forum Wissen, das in dem Gebäude des Zoologischen Museums, Berliner Straße 28, entstehen soll, hat die Universität die Agentur „Die Exponauten“ beauftragt. Joachim Baur von der Agentur nennt den Auftrag „eine faszinierende Aufgabe und große Herausforderung“.
Der Kulturwissenschaftler und freie Kurator will im Forum „das Tun der Wissenschaftler ins Zentrum stellen“, wobei die Sammlungen immer die Basis bleiben sollen. Ziel der Schau soll laut Baur „eine kritische Auseinandersetzung mit der Wissenschaft und ihrer Rolle in der Gesellschaft“ sein. Dabei soll sich die Ausstellung „auch mit den Räumen, in denen Wissenschaft betrieben wird“, befassen. Ein Labor, ein Hörsaal und Schreibtische könnten auftauchen, einen Markt will er inszenieren, eine Reise, vielleicht „auch einen Holzweg“.

Größtes Förder-Einzelprojekt der Sparkassenstiftung
Die Basisausstellung breite sich nur in einem Raum im Forum-Gebäude aus, erläuterte Baur. Hinzu sollen Sonderausstellungen kommen. „Wir haben ein klares Gerüst. In den kommenden Wochen und Monaten werden wir es füllen.“ 18 Millionen Euro sind für den ersten Bauabschnitt zusammengekommen. Zehn Millionen Euro zahlt der Bund, 3,9 Millionen Euro seien beim Land beantragt, sagte Uni-Präsidentin Ulrike Beisiegel. Die Stadt werde Geld beisteuern, auch die Uni.Unterstützt wird das Projekt mit 500  000 Euro von der Niedersächsischen Sparkassenstiftung und der Sparkasse Göttingen. „Wir sind davon überzeugt, dass das Forum nicht nur für Göttingen gut ist“, sagte Rainer Hald, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Göttingen. Sabine Schormann von der Sparkassenstiftung hob hervor, dass das Forum Wissen das größte Einzelprojekt sei, das die Stiftung jemals gefördert habe. Weitere Förderer wie Ottobock Health Care, die AKB-Stiftung, die KWS Saat, Sartorius, Symrise, Tedox, die Stiftung Niedersachsen, die Thimm Group und Mahr sowie kleinere Unternehmen haben eine weitere Million Euro beigesteuert. Mit dem Geld sollen erst einmal nachträglich eingezogene Wände im künftigen Forum herausgerissen werden. Ziel sei, den originalen Zustand von 1877 wiederherzustellen. Damals beherbergte der Bau das Naturhistorische Museum der Universität. Ende 2019 soll das Forum Wissen eröffnet werden. Uni und Stadt wollen mit der Einrichtung aufschließen zu Mitbewerbern wie Wolfsburg mit dem „Phaeno“ und Einbeck mit dem „PS Speicher“. Das Konzept, das Allemeyer für das Forum Wissen entwickelte, sei von den internationalen Gutachtern der Exzellenz-Initiative als „europaweit modellhaft“ bezeichnet worden, berichtete Unipräsidentin Ulrike Beisiegel. pek

Authored by: Blick Redaktion