Das Hochland mit dem Bus erfahren
BLICK-Leserreisende in Schottland.

Das Hochland mit dem Bus erfahren

BLICK-Leserreise: 40 BLICK-Leser erkunden die schottischen Highlands, Edinburgh und York

Göttingen/Glasgow. Fünf ereignisreiche Tage haben 40 BLICK-Leser aus ganz Südniedersachsen vom 15. bis 19. Oktober 2017 erleben dürfen: Im komfortablen Scheithauer-Bus ging es gemeinsam mit Busfahrer Rudi Sommer und Reiseleiter Markus Riese (BLICK-Chefredakteur) bis ins schottische Hochland.

Die Anreise führte zunächst durch das Ruhrgebiet und die Niederlande bis nach Rotterdam, wo am späten Nachmittag das Fortbewegungsmittel gewechselt wurde: Die Passagiere verbrachten eine Nacht auf der P&O-Fähre „Pride of Hull“ und genossen das Bordprogramm bis zur Ankunft am nächsten Morgen in der englischen Stadt Kingston Upon Hull. Neben Restaurants und Bars bot das einfache, aber doch sehr saubere und an einigen Stellen sogar recht elegante Fährschiff auch eine Showbühne mit Live-Musik, zwei Kinos, ein Außendeck und mehrere Shops. Der Scheithauer-Bus war ebenfalls mit an Bord, sodass am nächsten Morgen nach einem schnellen Frühstück im Buffetrestaurant die BLICK-Gäste auf ihren gewohnten Plätzen die Weiterfahrt antreten konnten.

Erst tiefe Nacht, dann strahlender Sonnenschein

Die Route führte an Newcastle vorbei und später an der Ostküste Großbritanniens entlang – zunächst durch immer dichter werdenden Nebel. Als um die Mittagszeit die Grenze zu Schottland überquert wurde, hatte so mancher das Gefühl, es sei tief in der Nacht. Und genauso fühlte es sich tatsächlich auch an – stockdunkel, Nieselregen, tiefster Nebel. Doch ein paar Meilen weiter klarte das Wetter schlagartig auf – plötzlich setzte sich sogar die Sonne durch, der Himmel wurde blauer und blauer. Gefühlt brach nun ein neuer Tag an, und die Busreisenden rieben sich zum Teil verwundert die Augen. Das Phänomen der schnellen Wetterwechsel sollte die Gruppe in den kommenden Tagen noch häufiger erleben.

Am selben Tag genossen die Leserreisenden noch eine Stadtrundfahrt durch Edinburgh. Hierzu stieg ein örtlicher deutschsprachiger Gästeführer in den Bus und erzählte während der Fahrt über die „Royal Mile“ viel über Land und Leute. An mehreren Stellen konnte die Gruppe den Bus verlassen, so auch an beiden „Enden“ der berühmtesten Straße der Hauptstadt – am Palast sowie später am Castle. Dort gab es sogar eine längere Pause, sodass die Gäste den umliegenden Bereich noch etwas auf eigene Faust erkunden konnten.

Am Abend eines langen Tages folgte dann der gemeinsame Check-In im Erskine Bridge Hotel westlich von Glasgow – direkt an der gleichnamigen Brücke gelegen, die den River Clyde überquert -, und wenig später der Genuss eines aus mehreren Optionen zusammenstellbaren Drei-Gang-Menüs.

Rundfahrt durch das Hochland

Tags darauf stand eine spektakuläre Rundfahrt durch die Highlands auf dem Reiseprogramm, und hier stand zuallererst die schon erwähnte Erskine Bridge im Mittelpunkt. Denn dass diese überhaupt passierbar sein würde, entschied sich tatsächlich erst 30 Minuten vor der Abfahrt des Busses. Die gesamte Nacht hindurch war die Brücke für hohe Fahrzeuge gesperrt gewesen. Grund waren die starken Windböen, die das Sturmtief Ophelia von Irland her mit sich brachte. Glücklicherweise hatte der schreckliche Sturm, der in Irland auch Todesopfer forderte, bereits einiges an Kraft verloren, als er Großbritannien erreichte, und so konnte die örtliche Gästeführerin Viola Lewis zum Start des Ganztagesausflug Entwarnung geben. Lewis wusste viel über Landschaften, Geschichte und Bräuche zu berichten und präsentierte auch typische schottische Musik. Die Stationen für die Stopps suchte die frühere Mecklenburgerin sehr sorgfältig aus. Das schwarzweiße Musterdorf Inveraray etwa, in dem der TV-bekannte Dudelsackspieler Ian die Reisenden stilecht begrüßte, wusste bereits zu gefallen. Weiter ging es nach Oban, wo ein längerer Aufenthalt zum Mittagessen oder Flanieren einlud. Manche schauten auch bei der örtlichen Whisky-Distillerie vorbei. Der Nachmittag bot dann vor allem jede Menge landschaftliche Reize, die auf die südniedersächsischen Besucher fast magisch wirkten. Manch einer hätte sich beispielsweise gewünscht, am „Loch Lomond“ ein bisschen mehr Zeit für einen Spaziergang zu haben. Gegen Ende des Ausflugs erklärte Lewis den noch immer aufmerksamen Gästen schließlich, was diese beim schottischen Abend erwarten dürfen – nämlich Haggis nach altschottischer Tradition, Whisky und Dudelsack-Melodien. Dass hier dann neben typisch schottischen „Hymnen“ wie etwa „Scotland the Brave“ plötzlich auch „Muss i denn zum Städele hinaus“ gedudelt wurde, mag der Tatsache geschuldet sein, dass eben nun mal eine deutsche Reisegruppe unterwegs war.

Gretna Green und York

Nach der zweiten – wettermäßig deutlich ruhigeren – Nacht ging es am nächsten Morgen zurück in Richtung England. Kurz vor dem Überqueren der Grenze, noch auf schottischem Gebiet, kehrte die Gruppe im südschottischen Gretna Green ein, einem idyllischen „Hochzeitsdorf“, in das vom 18. Jahrhundert an Paare flüchteten, die in England nicht heiraten durften. In der alten Schmiede des schmucken Örtchens taten sie es dann doch. Gretna Green riecht ein bisschen nach englisch-schottischer Geschichte, wenn der Ort inzwischen auch sehr deutlich touristisch ausgerichtet ist. Seinen Charme hat er dennoch bewahren können. Ein Glück, dass Scheithauer-Busfahrer Rudi Sommer den Ort bereits von früheren Touren kannte. So ermöglichte er seinen Fahrgästen eine ungewöhnlich schöne Pause.

Die letzte Station vor der Rückkehr zur Fähre war dann schließlich die altehrwürdige englische Stadt York mit ihrer 2000-jährigen Geschichte, den vielen malerischen Gassen und natürlich dem beeindruckenden Minster – einer der größten gotischen Kathedralen im nördlichen Teil Europas. Zwei Gästeführerinnen präsentierten den Südniedersachsen in aller Kürze die Vorzüge „ihrer“ Stadt. 

Zwischenfall an Bord

Die (wiederum ruhige) Rückfahrt auf der Nordsee erfolgte erneut in der Nacht – wieder an Bord der „Pride of Hull“, auf der es am nächsten Morgen noch einen kleinen Sicherheits-Zwischenfall gab: Ein verdächtigter Koffer musste zunächst polizeilich überprüft werden, sodass die BLICK-Reisegruppe gut eine Stunde länger an Bord bleiben musste, als eigentlich geplant war – während der Busfahrer mit seinem schicken Scheithauer-Gefährt längst vor dem Terminal auf dem Busparkplatz wartete. Für schlechte Stimmung sorgte der Zwischenfall allerdings nicht; alle brachten Verständnis dafür auf, dass Sicherheit in der heutigen Zeit nunmal Priorität haben muss.

Die weitere Rückfahrt verlief dann aber ohne Zwischenfälle. Und die 40 Gäste, die diese Schottland-Schnupperreise mitmachen durften, werden nun ihren ganz persönlichen Eindruck davon gewonnen haben, warum Schottland kürzlich von den Lesern des Reisemagazins roughguides.com zum schönsten Reiseland der Welt gewählt wurde – noch vor Kanada, Neuseeland, Italien, Südafrika, Indonesien, England, Island und den USA.

mr

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Authored by: Markus Riese