Antrag im Rat: Neuer Vorstoß für Kastrationspflicht
Künftig sollen alle Katzen in Göttingen gekennzeichnet und kastriert werden. Foto: Hinzmann

Antrag im Rat: Neuer Vorstoß für Kastrationspflicht

Göttingen. Es ist der zweite Anlauf, aber jetzt ziehen alle mit: Künftig sollen Katzenhalter in Göttingen ihre Tiere kennzeichnen und kastrieren lassen. Dazu sollen sie per Verordnung verpflichtet werden. Das schlagen die Ratsparteien gemeinsam vor. Ein ähnlicher Vorstoß vor sieben Jahren war gescheitert.

Folgt der Rat der Stadt dem Vorschlag, müssen künftig alle Katzen, die Freigang haben, kastriert und mit einem kleinen Daten-Chip unter der Haut versehen werden. Damit sollen vor allem eine unkontrollierte Geburtenrate bei frei lebenden Katzen und Krankheiten bei wild lebenden Katzen verhindert werden. Eine Kastrationspflicht fordern die Betreiber von Katzenhäusern und Tierheimen sowie Tierärzte schon lange. Verantwortlich für Kastration und Kennzeichnung sollen die Katzenhalter sein. Dazu gehörten auch Katzenfreunde, die freilaufende Katzen regelmäßig füttern, erklärte die CDU-Ratsfraktion am Freitag in einer Mitteilung.

Sie hatte sich bereits 2010 für eine entsprechende Verordnung stark gemacht, scheiterte damals aber am Veto von SPD und FDP – und der Stadtverwaltung. Letztgenannte hatte reklamiert, dass es kein Katzenproblem in Göttingen gebe und eine Kastrationspflicht kaum zu kontrollieren sei. Der jetzt neu formulierte Antrag zur nächsten Ratssitzung ist von allen Fraktionen unterzeichnet. Bei dem Vorstoß verweisen die Christdemokraten auch auf andere Kommunen. Allein in Niedersachsen hätten inzwischen etwa 80 Städte und Gemeinden eine ähnliche Verordnung erlassen. Der Rat der Stadt tagt am Freitag, 17. November, ab 16 Uhr im Neuen Rathaus. us

Authored by: Blick Redaktion