Edith-Stein-Preis geht 2017 an zwei Studienprogramme
Am Sonntag ist in Göttingen der Edith-Stein-Preis verliehen worden. Foto: Scharf

Edith-Stein-Preis geht 2017 an zwei Studienprogramme

Gottingen. Die Studienprogramme „Studium in Israel“ und „Theologisches Studienjahr Jerusalem“ sind am Sonntag mit dem Edith-Stein-Preis ausgezeichnet worden. Der Berliner Theologe und Judaist Rainer Kampling hob in der Laudatio wie alle Redner des Abends ein Wort besonders hervor: Grenzüberschreitung.

Den Preisträgern sei es gelungen, im interreligiösen Dialog Grenzen zu überschreiten. Beide Studienprogramme ermöglichen Theologiestudierenden beider Konfessionen, ein Jahr lang in Jerusalem zu studieren. In der Begründung zur Preisverleihung heißt es: „Studierende der Theologie … lernen in der einzigartigen Atmosphäre Jerusalems, wertschätzend in ihrem Berufsleben jüdische Menschen und Themen einzubeziehen und interreligiöse Dialoge – auch mit Muslimen und Menschen anderer Religionen – zu wagen.“ Der Verein „Studium in Israel“ wolle der Erneuerung des Verhältnisses von Christen- und Judentum dienen. Deshalb werde den Teilnehmenden so intensiv Neuhebräisch gelehrt, damit sie Lehrveranstaltungen der Universität folgen können. Das „Theologische Studienjahr“ an der Dormitio in Jerusalem ist ebenfalls ein Studienprogramm für deutschsprachige Theologiestudierende beider Konfessionen. Schwerpunkte sind Bibelwissenschaften, archäologische Exkursionen sowie die Auseinandersetzung mit dem Judentum, mit jüdisch-christlicher Theologie und mit politischer Zeitgeschichte. Außerdem gehören muslimisch-christliche Werkwochen zum Programm des Studienjahrs.
Der Edith-Stein-Preis erinnert an das Wirken der Heiligen Edith Stein. Sie lebte von 1913 bis 1915 in Göttingen und wurde 1942 in Auschwitz ermordet. Seit 1995 ehrt der in Göttingen ansässige Edith-Stein-Kreis alle zwei Jahre Persönlichkeiten, Gruppierungen und Institutionen, die sich durch soziales, politisches und gesellschaftliches Engagement auszeichnen. ms

Authored by: Blick Redaktion