Innovationspreis: Große Bandbreite der Produkte und Projekte
„Der Zeit voraus!“ ist das diesjährige Motto des Innovationspreises. Alle Preisträger versammeln sich auf der Bühne. Foto: Hinzmann

Innovationspreis: Große Bandbreite der Produkte und Projekte

Göttingen. Rund 450 Besucher waren am vergangenen Mittwoch zur Verleihung der Innovationspreises des Landkreises ins Deutsche Theater gekommen, darunter ziemlich viele Preisträger. Denn 14 von 87 Bewerbungen wurden prämiert.

Noch-Umweltminister Stefan Wenzel (Grüne) verlieh den Sonderpreis Umwelt, den das Umweltministerium sponsert. Der Göttinger Michael Sorge hat mit der Cuvaplate eine Dämmplatte aus völlig neuen Materialien entwickelt. Die ermöglicht effizienteres Dämmen von Gebäuden. „Ohne Innovation würden wir noch am Lagerfeuer sitzen“, hatte Moderator Peter Pawlowski erklärt. Doch die Innovationen, die die Bewerber eingereicht hatten, gingen weit über den Schritt weg vom Lagerfeuer hinaus, denn die ausgezeichneten Produkte oder Projekte wiesen eine erstaunliche technologische Bandbreite auf. So hatte die Color Lite GmbH aus Katlenburg ein hoch technisiertes „Mikroskop-Spektralphotometer“ eingereicht, das Felix-Klein-Gymnasium in einer anderen Kategorie eine fluoreszierende Seife aus natürlichen Pflanzenfarbstoffen zur Anwendung für Handhygiene-Schulungen. Pro4 Plasma aus Adelebsen hatte ein Gerät eingereicht, das mit Plasma Keime eliminiert. In der Kategorie „Gründer und Jungunternehmer belegte die Firma Z-ex aus Gieboldehausen mit ihrer Z-ex-Maschine zur Bekämpfung des Schädlings Maiszünzler im Maisstoppel den zweiten Platz. Der Kommentar vom Erfinder bei der Übergabe des Preises: „Wer es benutzt und sieht, wie es geht, wird stinksauer, dass er nicht selbst auf die Idee gekommen ist.“

Auf bemerkenswert großes Interesse auf der Bühne stieß eine Entwicklung der Firma Möve Bikes für das Produkt „Cryfly“. Das Ritzel an den Pedalen ist bei ihnen nicht mehr rund. Das ermögliche 30 Prozent mehr Kraft und 20 Prozent weniger Weg, den der Fuß beim Kurbeln zurücklegen muss. Landrat Bernhard Reuter (SPD) und Moderator Paw-lowski, beide offenbar passionierte Pedaleure, fragten direkt bei der Verleihung nach, wo das Wunderwerk zu erproben sei. Noch nicht in Göttingen, lautete die Antwort des Firmenvertreters. Händler würden gerade akquiriert. Stephan Schmidt von „friends of green sonic“ aus Bovenden präsentierte seinen clàr-Recorder, der Tonaufnahmen in bislang nicht gekannter Klarheit ermöglicht. Sehr spektakulär ist das Produkt der Firma „edm aerotec“. Sie hat den weltweit ersten koaxialen Ultraleicht-Hubschrauber mit deutscher Zulassung entwickelt. Im Ausland cruisen damit schon Polizisten und Feldbesprüher, im Inland nur Privatpiloten. Reuter erkundigte sich sehr schnell nach dem Preis. Vielleicht ein schönes Weihnachtsgeschenk? Eher nicht. „270  000 Euro“, lautete die ernüchternde Antwort. Gegen Ende gab Reuter Regieanweisungen für den weiteren Verlauf, nur noch er stehe zwischen dem Publikum und dem Buffet, scherzte der Landrat. Das Mineralwasser neben dem Rednerpult blieb übrigens die knapp zwei Stunden Programm unberührt. Bier, Wein und Sekt fanden dagegen ebenso guten Absatz wie das Essen, das Schüler der BBS III in Kooperation mit dem DT-Bistro zubereitet hatten. Zum Start des gemütlichen Teils gab es eine Terrine von Lachs, Matjes und bunten Kartoffeln; dann Sauerbraten, in Aromaten gebratene Putenkeule und eine vegetarische Gemüsepfanne. pek

Authored by: Blick Redaktion