CDU-Ratsfraktion lädt zur Diskussion über Erreichbarkeit und Attraktivität der Innenstadt ein
„Eine gute Zwei“ für Göttingen vergibt Referent Arne Decker. Foto: Bänsch

CDU-Ratsfraktion lädt zur Diskussion über Erreichbarkeit und Attraktivität der Innenstadt ein

Göttingen. „Das Thema ist noch nicht prominent genug auf der Tagesordnung“, sagte der Moderator und stellvertretende CDU-Fraktionsvorsitzende Ludwig Theuvsen zu Beginn der Podiumsdiskussion über die Attraktivität und Erreichbarkeit der Innenstadt. Eingeladen hatte die CDU-Ratsfraktion.

Arne Decker vom Handelsverband Hannover hielt ein Referat zur Situation des Innenstadthandels. Er käme immer wieder gerne nach Göttingen, betonte er, und gebe der Stadt „eine gute Zwei“. Unglücklicherweise spiegele das nicht die Stimmung des Handels und der Kunden wider. Auch wenn aktuell der Online-Handel lediglich 20 Prozent ausmache, dürfe man sich nicht mit der Situation zufriedengeben. 2016 erhielt Göttingen im Rahmen einer groß angelegten Kundenbefragung „Vitale Innenstädte“ die Note 2,5 und lag damit knapp über dem Bundesdurchschnitt. Allerdings benannten die Befragten auch die Schwächen der 121 untersuchten Städte. In Göttingen leuchtete die rote Ampel vor allem bei den Parkmöglichkeiten.
Der Dehoga-Vorsitzende Olaf Feuerstein machte das Anliegen vieler City-Händler und Gastronomen am eigenen Beispiel deutlich: Eine Restaurant wie das Bullerjahn sei die Höchststrafe. „Mitten in der Stadt und keine Parkplätze. Dafür haben die Gäste nach einem langen Fußmarsch richtig Hunger, wenn sie endlich bei uns ankommen“, scherzte der Gastgeber des Abends.
Auch die stellvertretende Pro-City-Vorsitzende Susanne Heller hatte eine bessere Erreichbarkeit der Innenstadt ganz oben auf ihrer Wunschliste. Die Nachfrage nach Parkraum werde noch steigen, wenn mit dem Forum Wissen und dem Kunstquartier zwei weitere große Publikumsmagneten ohne Parkplätze eröffnen.

Frank Wiegelmann, Geschäftsführer der Stadtwerke, sagte, dass man seit zwei Jahren nach einer Möglichkeit suche, das Parkangebot auszuweiten. „Wenn ein Grundstück gefunden wird, sind wir dabei.“ Dabei liegt die tatsächliche Zahl der Parkplätze in Göttingen sogar über dem Schnitt der 2016 untersuchten Städte. Die gute Nachricht des Abends kam von Stadtbaurat Thomas Dienberg: Ein neues Parkleitsystem ist in Arbeit. Moderator Ludwig Theuvsen schloss den Abend mit den Worten: Viele der wertvollen Anregungen seien nicht leicht umzusetzen. „Aber auch dicke Bretter muss man irgendwann mal anfangen zu bohren.“ ms

Authored by: Blick Redaktion