Der Verein Friedlandhilfe feiert sein 60-jähriges Bestehen
Die Friedlandhilfe wird weiterhin gebraucht (v.l.): Hans-Jürgen Marcus, Heidrun Böttger, Markus Kottas, Inge Pfitzner und Karl-Heinz Keidel. Foto: Pförtner

Der Verein Friedlandhilfe feiert sein 60-jähriges Bestehen

Friedland. Seit Jahrzehnten unterstützt der Verein Friedlandhilfe Russlanddeutsche und Aussiedler, deren erste Station in Westeuropa das Lager Friedland war. Mitte November feierte der Verein sein 60-jähriges Bestehen.

Zur Zeit der Gründung trafen um die 9000 Menschen in Friedland ein – pro Woche. Danach sanken die Zahlen. Im Zuge des Zusammenbruchs der Sowjetunion jedoch stiegen sie stark an, bevor sie um das Jahr 2011 mit etwa 1200 Menschen einen absoluten Tiefpunkt erreichten. Damals habe es Überlegungen gegeben, die Arbeit des Vereins einzustellen, sagt Vereinschef Karl-Heinz Keudel.
Mittlerweile pendeln sich die Zahlen bei 6500 bis 7000 pro Jahr ein, was zum Teil auf eine Gesetzesänderung zurückzuführen ist. Damit wurde der Familiennachzug für Russlanddeutsche erheblich erleichtert. Die meisten Menschen kommen aus Russland, Kasachstan, der Ukraine und Weißrussland nach Friedland – auch wegen der angespannten politischen Lagen in diesen Ländern. Dass die Zahlen in nächster Zeit stark sinken könnten, sei nicht zu erwarten, meint Klaus Magnus vom Vorstand. Die Zahl der Anträge auf Übersiedelung sei zuletzt wieder gestiegen. Derzeit lägen der Bundesregierung etwa 18 000 solcher Anträge vor. In 60 Jahren hat die Friedlandhilfe knapp 61 Millionen Euro Spenden gesammelt, so Keudel. Allerdings sei das Aufkommen in den vergangenen Jahren gesunken, meint Magnus. Während früher oft siebenstellige Euro-Beträge pro Jahr zusammenkamen, seien es zuletzt gut 200 000 Euro gewesen. Das Geld verteilt der Verein nicht selbst. Er leitet es an Wohltätigkeitsorganisationen weiter – derzeit sind es die Caritas und die Diakonie. Angesichts der aktuellen Zahlen erwarten die Vereinsmitglieder, dass die Friedlandhilfe weiterhin benötigt wird. Ein kleineres Projekt unter vielen liegt dem Vorstand besonders am Herzen: ankommenden Kindern im schulpflichtigen Alter einen Ranzen zur Verfügung zu stellen – traditionell bestückt mit Atlas, Schreibblock, Stiften, Malfarbe und mehr. hein

Authored by: Blick Redaktion