Koordinierter Brandschutz in Göttingen
Die Leitstelle der Berufsfeuerwehr in Göttingen. Foto: r

Koordinierter Brandschutz in Göttingen

Göttingen. Wer im Bereich des ehemaligen Landkreises Osterode künftig den Notruf 112 wählt, wird mit einem Mitarbeiter in der neu gebauten Regionalleitstelle Göttingen telefonieren. Die Osteroder Leitstelle stellte am 12. Dezember um 6.30 Uhr ihre Arbeit ein.

Nach mehrjähriger Planungs- und Bauzeit habe die Kommunale Regionalleitstelle (KRL) Göttingen bereits am 24. November ihren Dienst aufgenommen, teilen Stadt und Landkreis mit. Der Neubau auf dem Gelände der Berufsfeuerwehr Göttingen an der Breslauer Straße kostete 2,76 Millionen Euro. Der Betrag wird von Krankenkassen und den Trägern des Rettungsdienstes finanziert. Der Neubau einer Leitstelle sei nach 32 Jahren im alten Betriebsraum dringend erforderlich gewesen, der Platzbedarf durch neue Technik ständig weiter gestiegen. Ursprünglich waren die Pläne noch deutlich größer. Statt einer Kommunalen Leitstelle wollten Stadt, Landkreis und Polizei Göttingen eigentlich eine neue kooperative Leitstelle bauen, in der alle Einsätze im fusionierten Landkreis gesteuert werden. Geplant war ein zehn Millionen Euro teurer Neubau mit modernster Kommunikationstechnik. Das Land Niedersachsen wollte für den Polizeibereich 50 Prozent der Gesamtkosten übernehmen. Zwischenzeitlich hatten die sich durch die technischen Anforderungen des Landes an eine einheitliche Ausrüstung aller Polizeidirektionen auf 13 Millionen Euro erhöht. Dann machte das niedersächsische Innenministerium im Sommer 2014 plötzlich einen Rückzieher – aus wirtschaftlichen Erwägungen, so die Begründung. In der Folge musste die Landesregierung nicht nur einige Kritik einstecken, sie bekam auch eine Rechnung der Stadt Göttingen präsentiert. Etwa 1,4 Millionen Euro forderten die Südniedersachsen für ihre bereits geleistete Arbeit und für Fremdgutachten zum Bau einer gemeinsamen großen Leitstelle.

„Kleine Lösung“
Im August 2016 begannen anschließend die Arbeiten für die „kleine Lösung“. Nach Prüfung von sechs Varianten hatte sich der Neubau an der Breslauer Straße als die wirtschaftlichste Möglichkeit herausgestellt. Die Planer hatten im Auftrag der Verwaltung unter anderem auch eine Aufstockung der bestehenden Leitstelle in der Hauptfeuerwehrwache, einen Neubau hinter der Wache und einen Neubau mit integrierter neuer Feuerwache West geprüft. Auch die Erweiterung der Leitstelle Osterode war untersucht worden.Die Entscheidung gegen letztere Variante sorgte noch lange für Unmut zwischen den frisch verbundenen Landkreisen. Noch beim jüngsten Osteroder Neujahrsempfang musste Landrat Bernhard Reuter (SPD) argumentieren, dass die Sicherheit, die eine große Leitstelle biete, in Osterode nicht gewährleistet werden könne: „Diese Einrichtung hätte keine Zukunft gehabt, ganz unabhängig von der Fusion.“ Die neue Kommunale Regionalleitstelle koordiniert neben dem Brandschutz mit der Berufsfeuerwehr, 170 Freiwilligen Feuerwehren und sechs Werksfeuerwehren außerdem den Rettungsdienst mit 17 Wachen, 24 Rettungswagen, sechs Notarzteinsatzfahrzeugen und einem Notfallrettungshubschrauber. Außerdem laufen im Bereich Hilfeleistung die Einsätze der fünf Ortsverbände des Technischen Hilfswerks hier zusammen. ms / mib

Authored by: Blick Redaktion