Goetel: 20 neue Arbeitsplätze
Goetel verlegt nun auch für Privatkunden  Glasfaserkabel bis in die Wohnung: Geschäftsführer Silas Bittmann. Foto: Caspar

Goetel: 20 neue Arbeitsplätze

Göttingen. Kräftig expandieren will der Göttinger Telefon- und Internetanbieter Goetel. Im November hat die Hamburger Adiuva Capital, hinter der die Verlegerfamilie Bauer steht, das 1998 gegründete Unternehmen mehrheitlich übernommen. Goetel will nun auch ins Privatkundengeschäft einsteigen.

„Je weiter die Digitalisierung voranschreitet, umso größere Datenmengen müssen transportiert werden“, sagt Silas Bittmann, der seit November Goetel-Geschäftsführer ist. Damit werde ein eigener Glasfaseranschluss bis ins eigene Unternehmen oder in die eigene Wohnung immer wichtiger. Solche Anschlüsse habe Goetel für die meisten seiner 500 Geschäftskunden verlegt. Nun würden auch Privatpersonen angeschlossen. „Adiuva Capital sieht in diesem Markt ein großes Potenzial“, berichtet Volker Huber, der Bittmann in der Geschäftsführung unterstützt. Noch an zwei weiteren regionalen Telefon- und Internetanbietern seien die Hamburger beteiligt: BTN in Bonn und Soco in Düren – weitere sollen folgen. „In Göttingen wollen wir in den kommenden vier Jahren die Zahl unserer Geschäftskunden verdoppeln“, kündigt Huber an. Geschäftskunden würden nun neben Internet, Telefonie und Standortvernetzung weitere Angebote gemacht. So könnten Firmen künftig Daten auf Goetel-Servern ablegen oder das Goetel-Rechenzentrum als Telefonanlage nutzen. „Außerdem wollen wir 5000 bis 10 000 Privatkunden gewinnen, denen wir die Glasfaserleitungen bis ins Haus legen“, erklärt Huber. Dies sei im Stadtgebiet und in angrenzenden Gemeinden möglich. Im ländlichen Raum sei Goetel auf Fördergelder angewiesen, da sich die Netze sonst kaum wirtschaftlich betreiben ließen.

„Allein 2018 planen wir Investitionen in Höhe von mehreren Millionen Euro“, sagt Huber. Das Geld sei „nicht der begrenzende Faktor“. Um die Kosten trotzdem nicht in die Höhe schießen zu lassen, sei, wie bisher, eine enge Zusammenarbeit mit Stadtwerken, weiteren Versorgern sowie Wohnungsbaugenossenschaften geplant. „Um die Mehrarbeit zu bewältigen, stellen wir neue Mitarbeiter ein“, sagt Bittmann. In diesem Jahr könnte die Belegschaft auf 40 Mitarbeiter verdoppelt werden. Gesucht würden IT- und Server-Spezialisten, Netzwerktechniker sowie Mitarbeiter für Kundenservice und Vertrieb. 2018 sollen drei neue Auszubildende hinzukommen. Im zweiten Quartal will Goetel in größere Räume umziehen. mic

Authored by: Maren Iben