Porta bald in Grone
Die Entwurfsskizze für den Porta-Möbelmarkt in Grone westlich der A 7. Grafik: r

Porta bald in Grone

Göttingen. Das Tauziehen um die Errichtung eines Möbelmarkts in Grone westlich der Autobahn 7 ist offenbar beendet. Auf dem Grundstück Göttingen-Talsgraben an der B 3 vor dem Ortseingang von Groß Ellershausen will sich die Porta-Unternehmensgruppe mit einem Möbeleinrichtungshaus ansiedeln.

„Nach erfolgreichen Gesprächen zwischen dem Grundstückseigentümer der Kurth GmbH und der Porta-Gruppe”, erklärt die Firma Kurth, „wurden die vertraglichen Voraussetzungen durch den Grundstückseigentümer geschaffen, sodass Porta das etwa 35 000 Quadratmeter große Grundstück übernehmen kann.” Damit werden die von der Politik und der Stadtverwaltung geforderten Vorgaben für die Verkaufsfläche und die Randsortimente eingehalten. Mit Rücksicht auf das Innenstadtangebot waren die zulässige Verkaufsfläche auf 25 000 Qua-
dratmeter und der Anteil des sogenannten Randsortiments, also andere Waren als Möbel, auf zehn Prozent beschränkt worden. Nach Angaben der Kurth AG plant die Porta-Gruppe, für ihren Markt in Göttingen mindestens 130 Mitarbeiter einzustellen. Ob Göttingen damit tatsächlich einen neuen Möbelmarkt bekommt, hängt nun von den Parteien im Rat der Stadt ab. Eine endgültige Entscheidung über den Porta-Markt könnte es dann im Herbst dieses Jahres geben.

Einzelhandelskonzept wurde entsprechend geändert
Das Möbelmarkt-Projekt westlich der A 7 in Höhe „Kauf Park“ hat eine stark politisch geprägte Vorgeschichte. Ursprünglich waren Möbelmärkte mit Verkaufsflächen von mehr als 25 000 Quadratmetern im Gespräch. Doch der Stadtrat sprach sich mehrheitlich für die Beschränkung aus, um den Innenstadthandel zu schützen, auch durch eine Reduzierung des Randsortimentanteils. SPD und Grüne waren dafür. CDU, FDP, Linke und Piraten stimmten gegen den Möbelmarkt. Das Einzelhandelskonzept wurde entsprechend geändert. Unter diesen Beschränkungen zeigte die österreichische XXXL-Group, bekannt durch den roten Stuhl in ihrer Werbung, Interesse am Groner Standort. Nun sollten dort zwei Möbelmärkte der Marken XXXL und Poco entstehen. Doch im August brach die Kurth GmbH die Verhandlungen ab und erklärte den Vertrag für unwirksam. Grund waren negative Berichterstattungen über die Firma XXXL. „Da werden Betriebsräte behindert, der Kündigungsschutz ausgehebelt und Löhne gedrückt“, hieß es zum Beispiel in einem Bericht des ZDF-Fernsehmagazins Frontal 21. Als Beispiel wurde ein Fall in Oberhausen genannt, bei dem Mitgliedern des Betriebsrates gekündigt wurde. Auch die damalige Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) übte scharfe Kritik am XXXL-Konzern. „Um den Bestand des Unternehmens und der Arbeitsplätze zu retten, mussten dringend Sanierungsmaßnahmen eingeleitet werden”, erklärte XXXL damals. „Dazu waren viele schmerzhafte und kostspielige Maßnahmen, darunter auch eine Reduktion des Personalstands, erforderlich.“

Danach nahm die Kurth AG Gespräche mit anderen Möbelmarktbetreibern auf. Jetzt die Entscheidung für die Porta-Gruppe: Die Firma ist ein seit mehr als 50 Jahren geführtes Familienunternehmen, gegründet von Hermann Gärtner und Wilhelm Fahrenkamp. Jetzt wird das Unternehmen in der nächsten Generation von den Mitinhabern Birgit Gärtner und Achim Fahrenkamp weitergeführt. Porta hat in Deutschland 24 Standorte und gehört bundesweit zu den Top fünf der Möbeleinzelhändler. hein

Authored by: Maren Iben