Erstklassiges Gipfeltreffen 2018
Gute Laune beim Performen: „Die Milchbar“ beim Gipfeltreffen. Foto: Richter

Erstklassiges Gipfeltreffen 2018

Göttingen. Zum vierten Mal sorgte die Bühnenshow „Gipfeltreffen“ am Sonnabend in der nahezu ausverkauften Göttinger Stadthalle für Begeisterung beim Publikum. Moderator Tobias Wolff präsentierte eine bunte Mischung aus Musik, Theater, Comedy und Tanz – dargeboten von Göttinger Künstlern und Talenten.
Nach dem glänzenden Auftakt der 17-jährigen Pauline Jung – zunächst am Klavier, dann am Schlagzeug – wartete eine Premiere auf das Trio Beat-box: Sonst nur unplugged unterwegs, stand den drei Musikern diesmal die Gipfeltreffen-Band zur Seite. Deren Mitglieder sind allesamt Profi-Musiker – und die einzigen Stars des Abends, die nicht aus der Region stammen.
Verdienten Beifall ernteten auch die elf jungen Künstler der „Milchbar“, wie sich die Talentschmiede von Christiane Eiben nennt – und das bis zur letzten Zugabe. Diese gehörte vorrangig dem jüngsten Akteur des Abends: Der elfjährige Julius sang „Happy“ von Pharrell Williams – und erinnerte dabei an den kleinen „Buster“ aus dem Film „Blues Brothers 2000“.

Viele Gänsehaut-Momente
Zusammen mit Gitarrist Markus Gahlen sorgten drei der jungen Milchbar-Talente mit ihrer Interpretation des Sting-Klassikers „Fields of Gold“ für die ersten Gänsehaut-Momente des vierten Gipfeltreffens – und davon gab es einige. Für einen sorgte die Göttinger Comedy Company mit ihrer Impro-Show: Katrin Richters Operngesang geriet so überzeugend, dass sich Moderator Wolff daran erinnerte, für die Händel-Festspiele 2020 noch eine weibliche Hauptrolle besetzen zu wollen.
Vor der Pause eroberte dann auch noch die Combo „Seven Up“ um den künstlerischen Leiter des Abends, Christoph Jess, die Herzen der Zuschauer. Ihr exzellenter mehrstimmiger Gesang passte bestens zum Justin-Timberlake-Hit „Mirrors“. Danach wurde es etwas leiser: Lars Wätzold, eben noch mit der Comedy Company humorvoll präsent, sang „Freiheit“ von Georg Danzer. Im Zusammenspiel mit der Gipfeltreffen-Band ergab sich eine stilvolle, keinesfalls deplatzierte Interpretation, die Respekt verdiente.
Nach der Pause drehte Wolff richtig auf: Zunächst allein, dann unterstützt von Jess und Stepptänzer Stephan Ferneding überraschte er zum selbst gesungenen „Singing in the Rain“ mit beachtlichem Stepptalent. Ferneding durfte später noch solo zeigen, was er auf dem Kasten hat – in einem unterhaltsamen Stepp-/Drum-Battle mit Schlagzeuger Stephan Sagurna.
Sketch-artige Ausschnitte aus dem Stück „Die Känguru Chroniken“ des Jungen Theaters hatten zuvor bereits für reichlich Amüsement gesorgt.
Seven Up sorgte dann für den nächsten Gänsehaut-Moment: Beim Chicago-Hit „Hard to Say I’m Sorry“ wurde die Gruppe der eingängigen Stimme des früheren Frontmanns Peter Cetera mehr als gerecht. Eine groovige und gleichzeitig pompöse Live-Version von „Relight my Fire“, gesungen von Gahlen, schloss das Set würdig ab.

Erstklassiges Zusammenspiel
Eine lang gezogene Reprise von „Relight my Fire“ nutzte Wolff, alle Künstler des Abends noch einmal einzeln zu würdigen – übrigens auch Ton- und Lichtmeister Steffen Mühl, der alle Darbietungen perfekt in Szene zu setzen wusste.
Totos „Rosanna“ avancierte schließlich zu einem weiteren Höhepunkt – mit allen Gipfelstürmern auf der Bühne. Eine unglaubliche Spiel- und Singfreude ließ kurzzeitig den Gedanken aufkommen, dass Toto selbst es nicht viel besser hätte machen können. mr

❱❱ Ausführliche Rezension, Video und Bildergalerie: gturl.de/gipfeltreffen / goettinger-tageblatt.de

Authored by: Markus Riese