Vom Drechsler- zum Bergwerksdorf
Ausstellungseröffnung in Bovenden. Foto: Heller Reyershausen – Vom Drechsler- zum Bergwerksdorf Ausstellung vom 4. bis 25. März 2018 Reyershausen war das kleinste Dorf der Plesseherrschaft. Ackerbau und Viehzucht gaben nicht viel her und so sank die Einwohnerzahl im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts rapide auf rund 270 Personen. Wesentliche Einnahmequelle in dieser Zeit war die Drechselei mit immerhin 90 Betrieben. Da kam es sehr gelegen, dass im aufstrebenden Deutschen Reich die Nachfrage nach Kalisalzen rapide anstieg und man in Reyershausen größere Lagerstätten entdeckte, die ab 1905 erschlossen wurden. Ortsbild und Bevölkerungsstruktur wurden durch den Kalibergbau in entscheidender Weise geprägt. Die Bevölkerung wuchs durch den Zuzug von Facharbeitern auf über 600 Personen. Die Ausstellung zeigt Stationen dieser Entwicklung zum Bergwerksdorf bis zum Anfang der 1970er Jahre und Ausschnitte aus Arbeit und Leben der Bergwerksleute. Eröffnung: Sonntag, 4. März 2018, 15 Uhr Einführung Wolfgang König. Es singt der Bergmannschor.

Vom Drechsler- zum Bergwerksdorf

Bovenden / Reyershausen. Mit einer Feierstunde ist am 4. März die Ausstellung „Reyershausen – Vom Drechsler- zum Bergwerksdorf“ in der Galerie am Thie in Bovenden eröffnet worden. Bis zum 25. März werden vor allem zahlreiche alte Fotos, aber auch historische Dokumente, Luftbilder und Original-Exponate aus früheren Zeiten gezeigt.
Bis Ende des 19. Jahrhunderts war die wesentliche Einnahmequelle die Drechselei mit 90 Be-
trieben: Auch das kann in der Ausstellung nachvollzogen werden.
Der gelernte Bergmann Wolfgang König berichtete über die Geschichte des Kaliwerks Königshall-Hindenburg, das bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges noch Königshall-Napoleon geheißen hatte. Vom November 1915 an sei Rohsalz gefördert worden. „In der Anfangszeit spielte die Handarbeit noch eine große Rolle“, betonte König. Erst 1922 sei eine Fabrik in Betrieb genommen worden.
König berichtete auch vom Laugeneinbruch im Januar 1938, der knapp ein Jahr später zur Aufgabe der Schächte geführt habe. Am 11. Januar 1952 sei es zur Wiederaufnahme der Produktion gekommen. Obwohl das Werk zwischen 1957 und 1961 für 80 Millionen Mark zu einem der modernsten Bergwerke Deutschlands ausgebaut wurde, erfolgte am 21. Februar 1969 die Stilllegung.
Das Ortsbild Reyershausens wurde durch den Kalibergbau deutlich geprägt. Die Ausstellung zeigt Stationen der Entwicklung bis in die 1970er-Jahre. Zu sehen sind beispielsweise Schachttelefon, Helme, Uniformen, Bohrkronen und viele Fotos.mr
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❱❱ Geöffnet ist die Ausstellung in der Galerei am Thie dienstags und donnerstags von 16 bis 18 Uhr sowie sonntags von 15 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Authored by: Markus Riese