Eine Oper als Märchen
Kostüm- und Kulissen-Präsentation vor der Premiere des neuen Stückes „Die Zauberflöte“: Die Darsteller Sergej Lucenko (l.) und Stephan Ehrhardt proben eine Szene. Foto: Markus Riese

Eine Oper als Märchen

Das Team der Waldbühne Bremke startet am 13. Mai in die neue Spielzeit. Mit einer kindgerechten Theaterumsetzung der Mozart-Oper „Die Zauberflöte“ wollen Autor Rick Leander Stiller und Regisseurin Silvie Stiller neue Wege gehen – und den Nachwuchs für klassische Musik begeistern. „Seit Oktober arbeiten wir an eigentlich allem, und wir sind tatsächlich jeden Tag mit irgendetwas beschäftigt“, fasst die Regisseurin die Arbeit zusammen, die das Team in das ehrgeizige Projekt investiert hat. Das Bühnenbild, die Kostüme, die Sounds, die Effekte – an so vieles sei zu denken. „Wir haben unser ganzes Herzblut hier reingelegt“, erzählt sie mit Stolz in der Stimme.
Stolz wirkt auch Horst Fädrich, Vorsitzender des Vereins Waldbühne Bremke. „Die Zauberflöte ist hier mal etwas ganz Neues, nachdem bisher ja immer Brüder-Grimm-Märchen zu sehen waren. Wir gehen jetzt eine Etage höher – und die Zuschauer scheinen sich darauf zu freuen, denn wir haben schon mehr als 100 Karten im Vorverkauf abgesetzt“, verrät er. Auch das sei neu für die Waldbühne, denn bislang habe es Tickets nur an der Tageskasse gegeben. Nun könnten Besucher auch im Internet Karten bestellen.

Autor Rick Stiller erklärt die Intention des ausgewählten Stückes: „Wir wollen den Kindern Bildung mitgeben und ihnen zeigen, dass Opern nicht nur etwas für Eliten sind.“
Es gehe darum, Kinder für klassische Musik zu begeistern – deshalb seien die wichtigsten Stücke aus der Oper auch in die Inszenierung eingebunden, die eine Mischung aus Pantomime, Tanz, Musik und Illusionskunst verspricht. Man werde „Die Zauberflöte“ durchaus erkennen; trotzdem sollen auch Liebhaber viel Neues entdecken können. Um die Oper herum sei eine neue Geschichte entstanden, an der Rick im vergangenen Sommer gut vier Monate feilte. „Daraus ist nun ein ganz zauberhaftes Märchen geworden, das auch kleine Kinder gut verstehen können“, ist sich Silvie Stiller sicher. 40 Darsteller (20 pro Vorstellung) plus zwölf Statisten werden auf der Bühne stehen, darunter viele neue Gesichter. Zusätzlich zu den Proben unter der Woche werde nun auch an Wochenenden geübt.
Natürlich spiele die Musik eine große Rolle. Es werde auch live gesungen – und sogar gerappt. „Aber wir verunstalten die Oper nicht“, betonen die Macher. Für die Produktion habe man mit dem erfahrenen Göttinger Produzenten Thomas Körber zusammengearbeitet.
Durch den Schaden, den das Sturmtief „Friederike“ im Januar angerichtet hatte, sei man „etwas unter Zeitdruck geraten“, beschreibt Silvie Stiller, doch sei alles wieder im Plan. Nur an wenigen Stellen hake es noch. So sei etwa die neue Soundanlage noch nicht da. Alle Schauspieler sollen künftig Mikrofone bekommen, damit sie von allen Plätzen aus gut verstanden werden können.
Fädrich freut sich indes über die Spendenbereitschaft nach „Friederike“. 3500 Euro seien von Bürgern gekommen, 2000 Euro habe die Gemeinde Gleichen zugesagt. Das Junge Theater spendete 2165 Euro, der Lions Clubs „Göttinger 7“ 5100 Euro. Mit dem Geld konnten laut Fädrich einige Schäden behoben werden, aber längst nicht alle. Trotzdem: „Viele haben daran mitgewirkt, dass die Bühne überhaupt wieder bespielbar ist. Dafür sind wir sehr dankbar.“ mr

16 Vorstellungen der „Zauberflöte“ sind zwischen dem 13. Mai und dem 23. September geplant (sonntags, 15 Uhr). Zudem werde mit der „Hurkutsage“ ein weiteres Stück uraufgeführt (9., 16. und 23. Juni). Auch das Junge Theater Göttingen wird 2018 wieder einige Stücke auf der Waldbühne zeigen. Infos und Tickets gibt es auf waldbuehne-bremke.de und auf junges-theater.de.

Authored by: Blick Redaktion