Starke Kostüme und sichtlich Spaß
Papageno (Rick Leander Stiller) mit drei Damen aus dem Gefolge der Königin der Nacht. Foto: Richter

Starke Kostüme und sichtlich Spaß

Bremke. Prinz, Prinzessin, ein guter König, eine böse Königin, ein lustiger Vogelfänger: Mozarts Oper „Die Zauberflöte“ hat alle Zutaten für ein gutes Märchen. Das findet auch das Team der Waldbühne in Bremke. In einer leicht veränderten Fassung mit mehr Text und weniger Musik hatte das Stück am Sonntag vor 254 Zuschauern Premiere.
Mit ihrer kindgerechten Theaterumsetzung der Mozart-Oper wollen Autor Rick Leander Stiller und Regisseurin Silvie Stiller neue Wege gehen – und den Nachwuchs für klassische Musik begeistern.
Die Handlung der Oper hat Autor Rick Leander Stiller umgeschrieben. In Stillers Fassung geht es nicht nur um die beiden Königreiche von Sarastro (die Sonnennation) und der Königin der Nacht (das Königreich des Mondes), sondern auch um die Sonnenkreise, die ihrem jeweiligen Besitzer große Macht verleihen. Und natürlich um die Liebe.
Im wesentlichen hat Stiller die Handlung aber beibehalten. Tamino (schwungvoll: Rosanne Gianna Stiller) soll für die Königin der Nacht deren Tochter Pamina befreien. Pamina wurde von Sarastro entführt. Behilflich soll ihm dabei der Vogelhändler Papageno sein. Von der Königin der Nacht bekommen die beiden ein magisches Glockenspiel und die magische Zauberflöte als Hilfsmittel geschenkt. In Sarastros Reich kommen Tamino allerdings Zweifel, wer gut und wer böse ist.

Glänzende Rüstungen und ein meterlanger Drachen

Vor allem von den wundervollen, leuchtend-farbigen Kostümen lebt die Fassung in Bremke. Da gibt es einen meterlangen orange-lila Drachen, den mehrere Kinder in Bewegung bringen. Tamino trägt eine glänzende Rüstung über edler schwarzer Kleidung – und Papageno ein herrliches Vogelgefieder.
Von den Kindern im Publikum begeistert aufgenommen wurden auch die beiden Meerjungfrauen in ihren schillernden Kostümen und wallenden Locken, sowie der Wächter Monostatos (herrlich böse: Stefan Ehrhardt) und der Priester Sarastro (sehr würdig: Sergej Lucenko). Natürlich verzichten Regisseurin und Autor in ihrer Fassung auf so manche Arie. Vieles wird vom Band eingespielt. Aber: Rosanne Stiller singt als Tamino Teile der Arie „Dies Bildnis ist bezaubernd schön“, Rick Leander Stiller gibt einen ordentlichen „Der Vogelfänger bin ich ja“. Heike Schatz (eine überzeugende Königin der Nacht) sollte eigentlich die Arie „Der Hölle Rache kocht in meinem Herzen“ noch selbst einsingen. Bei der Premiere lief jedoch noch ein Opern-Playback. Die Waldbühne-Technik hat indes insgesamt einen gewaltigen Schritt nach vorn gemacht: Alle Darsteller haben nun Mikrofone und sind bestens zu verstehen.
Mit sichtlichem Spaß genossen die Akteure ihre Auftritte als Soldaten, wilde Tiere, Feuervogel oder kleine Papagenos. Und so scheint die Oper auch beim jungen Publikum gut angekommen zu sein. CHB / MR

Weitere Vorstellungen jeweils sonntags um 15 Uhr auf der Waldbühne Bremke.

5100 Euro vom Lions Club „Göttinger 7“

Mitglieder des Lions Clubs „Göttinger 7“ überreichen einen Scheck über 5100 Euro an den Waldbühne-Verein. Foto: Richter

Bremke. Vor der Premiere der „Zauberflöte“ haben Mitglieder des Lions-Clubs „Göttinger 7“ dem Waldbühne-Verein eine 5100-Euro-Spende übergeben. Das Geld wurde bei einem Rinderwurst-Essen im Neuen Rathaus Göttingen eingesammelt.
Horst Fädrich, Vorsitzender des Waldbühne-Vereins, freute sich über die große Spendenbereitschaft nach den Schäden, die der Sturm „Friederike“ im Januar angerichtet hatte. Auf 20 000 Euro war der Sachschaden damals beziffert worden. chb / Mr

Authored by: Blick Redaktion