Näder hilft dem Kunstquartier
Hier soll einmal das „KuQua“ entstehen. Foto: Mischke

Näder hilft dem Kunstquartier

Die unerwarteten Mehrkosten für das umstrittene Göttinger Kunstquartier (KuQua) in Höhe von einer Million Euro können durch mehrere Privatspenden gedeckt werden. Das hat Oberbürgermeister Rolf-Georg Köhler (SPD) am vergangenen Mittwoch während einer Sitzung des Rates mitgeteilt.

Danach hat der Eichsfelder Unternehmer Hans Georg Näder per Mail „in Aussicht gestellt“, bis zu einer Million Euro zu spenden. Die Göttinger Firma Sartorius werde „dafür sorgen“, dass der Eintritt in den Anfangsjahren des geplanten Kunsthauses frei bleiben wird, so Köhler. Hinzu komme eine weitere Privatspende in Höhe von 52 000 Euro. Außerdem finanziere der Verleger Gerhard Steidl eine Küche im Seminarbereich. Darüber hinaus werde Steidl auf eigene Kosten auf seinem benachbarten Gelände einen Pavillon errichten und mit Kunstinstallationen des „weltbekannten Künstlers Jime Dine“ ausstatten.

„In den letzten Tagen ist es uns gelungen, die Finanzierung des KuQuas auf neue Beine zustellen“, leitete Köhler seine überraschende Mitteilung über die hohe Spendenbereitschaft und Unterstützung auch vom KuQua-Stammtisch sowie von Nachbarn ein. Der folgende Applaus des Rates war allerdings verhalten. Das ehrgeizige Projekt ist umstritten. Als im April bekannt geworden war, dass das KuQua statt fünf Millionen Euro voraussichtlich sechs Millionen Euro kosten wird, war die Debatte darum erneut entflammt. Bis auf die SPD kritisieren fast alle Ratsfraktionen Projekt und Kostenentwicklung. Wesentlicher Grund für die Mehrkosten sind nach Verwaltungsangaben steigende Preise im Baubereich.

In einer Erklärung vor dem Rat hatte Köhler diese ebenfalls noch einmal genannt und auf ähnliche Ausgabensteigerungen auch bei anderen Bauprojekten hingewiesen. Zugleich appellierte er an die Ratsmitglieder, bei der Umsetzung des KuQua „an einem Strang zu ziehen“ und diese „einmalige Chance“ wahrzunehmen.

Das geplante Kunstquartier in der südlichen Innenstadt sei Teil einer umfangreichen städtebaulichen Quartiersverbesserung. Zugleich sei es ein wichtiger Anstoß zur Bereicherung der Göttinger Museumslandschaft, so Köhler.

Von Ulrich Schubert

Authored by: Blick Redaktion