Warmes Wetter, viele Mücken
Eine weibliche Asiatische Tigermücke: In Deutschland zu finden aber ohne Dengue-Erreger. Foto: dpa

Warmes Wetter, viele Mücken

Göttingen. Es ist warm und manchmal feuchtwarm: „Das hat in Teilen Deutschlands zu einer Mückenplage geführt”, sagt Prof. Helmut Eiffert, Oberarzt am Institut für Medizinische Mikrobiologie an der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Auch die Krankenkasse KKH bestätigt: „Die Rekordtemperaturen im Mai haben für eine rasche Vermehrung der Mücken gesorgt – und die sind derzeit richtig aggressiv”, teilt die KKH mit.
Mückenstiche sind, zumindest in Südniedersachsen, zwar lästig aber kaum gefährlich. Infektionskrankheiten, wie Malaria, Dengue oder japanische Enzephalitis werden dort nicht diagnostiziert – es sei denn, sie werden von Patienten aus den Tropen eingeschleppt. Dennoch: „Die Mücken, die solche Krankheiten übertragen, gibt es mittlerweile auch in Deutschland”, sagt Eiffert. Tigermücken beispielsweise oder asiatische Buschmücken. Viele Erreger sind aber sehr wohl in der Lage, in Mittel- und sogar Nordeuropa zu überleben. Wie Eiffert mitteilt, gab es Zeiten, da war Malaria sowohl in Schweden als auch in Norddeutschland verbreitet.
Derzeit aber geht von Mücken eher die Gefahr aus, dass sich Mückenstiche entzünden, sie werden immer häufiger medizinisch behandelt, teilt die KKH mit. Denn mit jedem Stich können Erreger übertragen werden, die oft die Ursache für starke Schwellungen und schwere Entzündungen sind. Diese können sich noch verstärken, wenn die Stiche aufgekratzt werden. Keime gelangen unter anderem durch Umweltgifte, die die Mücken aufnehmen, in den Körper
Die Krankenkasse empfiehlt folgendes, um sich Mücken vom Hals zu halten:

  • Mückenschutzmittel auf die Haut auftragen.
  • Auf stark riechende Parfums und Kosmetika verzichten.
  • Helle, lange Kleidung aus dicht gewebtem Stoff tragen.
  • Fliegengitter und Moskitonetze nutzen.

Vor einer Auslandsreise über Impfungen imformieren. Malaria kann man mit einer medikamentösen Behandlung vorbeugen.
Schwangere sollten vor allem Länder wie Brasilien meiden, in denen das Zika-Virus grassiert. bib

Authored by: Blick Redaktion