Commerzbank baut Standort  zur Flagship-Filiale aus
on links: Frank Haberzettel, Felix Nickel und Bernd Korte in der Commerzbank.

Commerzbank baut Standort zur Flagship-Filiale aus

Ein neues Design- und Servicekonzept setzt die Commerzbank Göttingen in ihrer Filiale an der Prinzenstraße um. Fast eine halbe Mio. Euro hat die Bank investiert.

Auf 900 Quadratmetern wurde die Filiale umgebaut und damit das neue Flagship-Konzept des Unternehmens umgesetzt. Heller, offener und zugänglicher präsentiert sich die Bank, die seit 1923 in Göttingen präsent ist. Der Kunde läuft nun auf einen Empfangstresen zu. „Niemand, der einen Termin hat, soll erst lange in der Schlange warten“, erklärt Filialdirektor Felix Nickel. Schnell zu erledigende Angelegenheiten würden von nun an am Service Desk gegenüber erledigt. Dort gebe es zum Beispiel Hilfe, wenn jemand einen Dauerauftrag ändern wolle, seine PIN-Nummer vergessen oder die Kundenkarte verloren habe.

„Wer warten muss, erhält ein iPad, um sich die Zeit im Lounge-Bereich zu vertreiben“, sagt Nickel. Darauf ließen sich Bankgeschäfte erledigen. Der Kunde könne kostenlos Zeitungen online lesen oder im Netz surfen. Auch für eigene Geräte gebe es zwei Stunden lang freies WLAN. Am Automaten lasse sich ein Kaffee ziehen. Auf einem Bildschirm sehe der Kunde, wie viele Menschen noch vor ihm an der Reihe seien. „Wir wollen zudem verstärkt die Möglichkeit anbieten, spontan, also ohne die sonst übliche Anmeldung, für ein Beratungsgespräch vorbeizukommen“, erläutert Bernd Korte, der Göttinger Niederlassungsleiter für das Privat- und Unternehmerkundengeschäft. Nicht zuletzt deshalb sei das Personal in diesem Bereich um vier Personen aufgestockt worden. So könnten auch die längeren Öffnungszeiten, werktags von 9 bis 18.30 Uhr, abgedeckt werden. In einer halboffenen Beratungsinsel, aus der kaum ein Laut nach draußen dringe, ließen sich erste Fragen klären. Danach gehe es in eines der bereits vorhandenen Büros der Berater.

Die Torbögen in der Kundenhalle, die eine Glaskuppel überwölbt, sind nun nicht mehr zugestellt. „So können unsere Berater sehen, wenn sich Schlangen bilden und einspringen“, führt Korte aus. „Bei der Gestaltung der Filiale haben wir auf die baulichen Besonderheiten des 1911 errichteten Gebäudes, das unter Denkmalschutz steht, Rücksicht genommen“, betont Susanne Fleckenstein, die bei der Commerzbank für das Management der gut 1000 Filialen in Deutschland zuständig ist.

Göttingen sei bereits die zwölfte Flagship-Filiale in Deutschland und die dritte in Niedersachsen, sagt Fleckenstein. Das Konzept würde in den Großstädten umgesetzt. Kleinere Standorte, in Göttingen etwa das Haus am Eichendorffplatz, würden in den kommenden Jahren zu City-Filialen umgestaltet. „Dort halten wir nicht mehr alle Dienstleistungen vor, unsere Berater kommen aber auf Wunsch dort vorbei“, erklärt Korte.

„Die Filialen sind uns wichtig“, stellt Frank Haberzettel klar, der Bereichsvorstand der Marktregion Nord. Die Commerzbank wolle sich nicht aus der Fläche zurückziehen. Gleichzeitig treibe sein Haus aber die Digitalisierung voran. „Derzeit arbeiten wir daran, auch Baufinanzierungen komplett online abzuwickeln“, verrät er.

Die Commerzbank biete außerdem das neue Bezahlsystem Google Pay an. In Nordeuropa oder China sei das Bezahlen mit dem Smartphone mittlerweile üblicher als das Nutzen von Bargeld. Im Flughafen-Café in Helsinki habe er vor kurzem seinen Kaffee schon nicht mehr bar bezahlen können.

Von Michael Caspar

Authored by: Blick Redaktion