„Der Potsdamer Platz Göttingens“
Das Freibad in Weende soll Ende Juli wieder öffnen.

„Der Potsdamer Platz Göttingens“

Der Umbau des Freibades Weende schreitet voran – allerdings langsamer als noch bei Baubeginn geplant. Nach ursprünglichen Plänen der Göttinger Sport und Freizeit GmbH (GöSF) sollte das neue Bad bereits im Juni eröffnen.

„Wenn nichts Gravierendes mehr passiert, dann können wir Ende Juli öffnen“, sagt GöSF-Bäderchef Alexander Hirt. Als Gründe für die Verzögerung nennt Hirt unter anderem das anhaltend schlechte Wetter zu Beginn der Bauarbeiten, die gute Konjunktur in der Bauwirtschaft und die komplexe Koordination von drei verschiedenen Baustellen auf dem Gelände.

Das 1954 gebaute Weender Freibad wird zurzeit komplett umgebaut: mit geringerer Wasserfläche als zuvor in dann geteilten Becken, einem naturnahen Filtersystem, Sandufer und einem Freizeitbereich, der als Spiel- und Erholungspark auch außerhalb der Schwimmzeiten geöffnet sein wird. Auch ein neues Funktionsgebäude inklusive Café und Bistro entsteht. Als dritte Baustelle hat mit dem Bau des Fundamentes inzwischen der Neubau des Sporthauses des Tuspo Weende begonnen. Den „Potsdamer Platz Göttingens“ nennt Hirt die Riesenbaustelle.

Den Gastronomiebetrieb „Starndhaus37“ übernimmt die Bäckerei Küster. „Es soll nicht einfach nur Cafe, Restaurant und Bar sein. Es soll ein Ort der Entschleunigung werden“, sagt Küster-Geschäftsführer Eike Hillebrecht. Einen „Platz für einen Kurzurlaub“, wie er es nennt. Rund fünf Millionen Euro investiert Küster in das neue Angebot aus Bäckerei, Restaurant, Lounge, Beach-Club und Freibad-Kiosk.

Begleitung durch engagierten Förderverein

Begleitet wird der Freibad-Umbau von einem Förderverein, der den künftigen Betrieb mit unterstützen wird. Ursprünglich wollten Rat und Verwaltung das Weender Freibad aus Kostengründen schließen und nur noch zwei Freibäder in der Stadt betreiben. Dagegen hatte es massive Bürgerproteste gegeben. Der Förderverein sammelte Geld und Ideen für ein zukunftsfähiges neues Konzept für das künftige Weender „Parkbad“, das nach Vorstellung von GöSF-Geschäftsführer Alexander Frey als „Bindeglied zwischen mehreren Wohngebieten“ funktionieren soll. Der für den Park nötige Landschaftsbau soll im Süden beginnen und nach Norden fortgeführt werden.

Die Stadt Göttingen finanziert den Umbau mit zwei Millionen Euro. Die Baukosten beziffert die GöSF auf insgesamt 2,5 Millionen Euro.

Ende Juni ist Hobbyfotograf Frank Mölders auf Erkundung gegangen. Gegenüber dem Göttinger Tageblatt schilderte er seine Eindrücke: „Beim Gang über die Baustellenbereiche des alten und neuen Weender Freibades kann man inzwischen sehen, wie aus Plänen Wirklichkeit wird.“ Bei den Bauarbeiten gebe es „deutliche“ Fortschritte. „Im Sprungbecken unter dem restaurierten Zehn-Meter-Sprungturm hört man ein deutliches Plätschern: Aus einem Feuerwehrschlauch sprudelt Wasser, und das Becken ist bereits die ersten Meter gefüllt – noch zu wenig, um einen Sprung zu wagen.“ Inzwischen ist auch das Schwimmbecken mit seinen vier 50- Meter-Bahnen gefüllt.

„Einige Sandflächen lassen ahnen, wo bald geplanscht oder Beach-Volleyball gespielt werden kann“, so Mölders. Auch in den Gebäuden für Gastronomie, Sport- und Vereinsarbeit werde bereits mit Hochdruck an der Inneneinrichtung gearbeitet.

Von Michael Brakemeier

Authored by: Blick Redaktion