Planungsstopp  nur in Duderstadt
Kaufland-Filiale am Elliehäuser Weg in Göttingen.

Planungsstopp nur in Duderstadt

Die Ankündigung von Kaufland, seine Pläne in Duderstadt zunächst nicht weiterverfolgen zu wollen, hat viele überrascht. Aber nicht alle Aktivitäten in Südnieder­sachsen sind auf Eis gelegt: Die Filiale Göttingen-Weststadt soll 2019 für mehrere Millionen moder­nisiert werden, und Nort­heim erhält 2020 einen Neubau.

Das Unternehmen hatte auf Anfrage erklärt, die Duderstädter Planungen „aufgrund einer neuen Bewertung der Gesamtsituation“ nicht weiter verfolgen zu wollen. Die Neubewertung der Gesamtsituation beziehe sich explizit auf den Standort Duderstadt, antwortete Pressesprecherin Andrea Kübler, ob von der Neubewertung auch andere Standorte betroffen seien.

Für den Duderstädter Bürgermeister Wolfgang Nolte (CDU) ist das Thema Kaufland aber noch nicht beendet. „Kaufland legt Wert darauf, dass das Baugenehmigungsverfahren abgeschlossen wird“, berichtete er. Das Unternehmen wolle das Baurecht haben und auch bewahren, auch wenn das Unternehmen aus einer grundsätzlichen Entscheidung heraus das Baurecht erst einmal nicht wahrnehmen werde. Für die Verwaltung gelte es nun zu prüfen, welche Ideen Kaufland eingegeben habe. Dann könne die Baugenehmigung, eventuell mit Auflagen, erteilt werden oder nicht. Wenn einige Zeit verstrichen sei, werde die Verwaltung natürlich mit Kaufland sprechen und nachfragen, wie die weitere Entwicklung geplant sei.

Sondergebiet mit ­Zweckbestimmung

Auf jeden Fall muss die Stadt die Entwicklung abwarten. Das Gelände an der Schöneberger Straße gehört Kaufland. Die Nutzung wurde in der fünften Änderung des Bebauungsplanes Nummer 3 + 4, „Fauler Rasen“, festgelegt. Es handelt sich danach um ein Sondergebiet mit der Zweckbestimmung Einkaufszentrum. Dort sind erlaubt: ein Verbrauchermarkt mit einer Verkaufsfläche von höchstens 3000 Quadratmetern, dazu Verkaufsstellen des Lebensmittelhandwerks, ein Florist, eine Buchhandlung mit Schreibwaren sowie Lotto / Toto / Zeitschriften. Die Verkaufsfläche darf in der Summe aller Betriebe höchstens 3200 Quadratmeter betragen. In dem Sondergebiet sind zudem Betriebe des Dienstleistungshandwerks zulässig, sonstige nicht erheblich belästigende Gewerbebetriebe sowie Geschäfts-, Büro-, und Verwaltungsgebäude.

An anderen Standorten in Südniedersachsen setzt Kaufland seine Investitionen fort. „Für unseren Standort in Göttingen-Weststadt befinden wir uns derzeit in der Abstimmung mit der Verwaltung“, erklärte Kübler. „Hier planen wir im kommenden Jahr unsere Filiale umfangreich zu modernisieren und einen höheren einstelligen Millionenbetrag zu investieren.“

Kaufland habe die Filiale am Elliehäuser Weg im Januar 2000 von Real übernommen, erklärte Kübler. Da die Immobilie aus den 80er-Jahren sei, „entspricht der Standort nicht mehr unseren Anforderungen an eine moderne, zeitgemäße Einkaufsstätte“. Daher werde das bestehende Gebäude umfangreich modernisiert und umgebaut. „Wir werden hierbei unsere Kernkompetenzen Auswahl, Qualität und Frische ausbauen und stärken.“ Das neue Ladenkonzept schaffe durch moderne Farben, helles Holz und hochwertige Beleuchtung eine angenehme Einkaufsatmosphäre. Der Zutritt zum Markt soll barrierefrei werden, der Blick auf den Verkaufsraum mit niedrigen Regalen offen und übersichtlich.

„In Northeim befinden wir uns derzeit in der weiteren Planungsphase für die Entwicklung unseres Standortes“, berichtete Kübler weiter. Hierbei seien noch einige Details zu prüfen beziehungsweise abzuwägen. „Grundsätzlich halten wir nach wie vor an unserem Zeitplan fest, unseren Kunden ein modernisiertes Kaufland im Frühjahr 2020 präsentieren zu können“, so Kübler.

Von Rüdiger Franke

Authored by: Blick Redaktion