Kurzfilm mit Gänsehaut-Effekt
Dreharbeiten für den Kurzfilm „ZugFisch“. Foto: Klawunn

Kurzfilm mit Gänsehaut-Effekt

Nach insgesamt sechs Drehtagen in Göttingen und an der Nordsee sind die Aufnahmen für den neuen Kurzfilm „ZugFisch“ der Anfang 2018 gegründeten Göttinger Produktionsfirma „KnockWood Films“ beendet. Das Drehbuch für das engagierte Projekt lieferte die junge Studentin Marah Baer.

Es ist das erste Mal, dass eine Geschichte von Baer, die in Göttingen Deutsche Philologie und Kulturanthropologie sowie Europäische Ethnologie studiert, die große Leinwand erobert. „Am ersten Drehtag war das schon seltsam, da das natürlich anders aussah, als ich es in meinem Kopf hatte“, erzählt sie. Was daraus wurde, findet sie aber schon jetzt „sehr cool“.

Entstanden ist die Story im Seminar „Drehbuchwerkstatt“ an der Philosophischen Fakultät der Uni. Für die Produktion zeichnet Christian Ewald-Kronen verantwortlich – einerseits Dozent der „Drehbuchwerkstatt“, andererseits auch Gründer und Geschäftsführer der KnockWood Films GmbH, welche die Produktion übernommen hat. Ewald-Kronen führt außerdem Regie. Durch die Medienförderungsgesellschaft Nordmedia sei das Projekt finanziell unterstützt worden. Dies habe Dreharbeiten an der Nordsee ermöglicht.

„Als ich das Buch gelesen habe, habe ich gleich beim ersten Mal Gänsehaut bekommen“, beschreibt Hauptdarstellerin Müller-Grüß – und adelt damit Baer, die mit 14 beschlossen hatte, Autorin zu werden, dann aber zunächst Mathematik in Hannover studierte. Zwischenzeitlich führte sie ein Erasmus-Stipendium an die University of Liverpool.

Der fertige Film wird eher wenige Dialoge enthalten; die Geschichte soll vor allem über starke Bilder transportiert werden. „Der Zuschauer wird dadurch nicht entmündigt“, findet Monika Giro, die als Therapeutin „Frau Sander“ zu sehen sein wird. Mit Jan Reinartz, der einen Schaffner spielt, ist ein weiterer Profi-Schauspieler mit an Deck.

Bei den letzten Dreharbeiten am 7. Juli in einer Praxis an der Schillerstraße darf der BLICK über die Schulter schauen. Die Crew macht einen routinierten, gleichzeitig lockeren und dennoch konzentrierten Eindruck. Gedreht wird gerade eine Szene, in der die Protagonistin zu einer Sitzung bei ihrer Therapeutin erscheint. Nach einigen Vorbereitungen wird die Szene gedreht – nicht nur einmal, sondern immer wieder. Zwischendurch nehmen der Regisseur und sein Kameramann kleinere Anpassungen vor, besprechen auch scheinbar winzige Details. Die Schauspielerinnen bekommen exakte Anweisungen, wie sie zu sitzen haben. Und bevor ein neuer „Take“ aufgenommen wird, lässt Ewald-Kronen seine Hauptdarstellerin immer wieder sportliche Übungen ausführen. „Es ist schwierig, wenn man sich hinsetzt und dann spielen soll. Wenn man vorher in Bewegung ist, bekommt das Spiel eine andere Dynamik“, verrät der Regisseur den Kniff.

Bis der Film öffentlich zu sehen ist, wird es noch eine Weile dauern: Zunächst stehen nun technische Abläufe wie der Schnitt und die Nachbearbeitung an. Anfang 2019 soll in einem Göttinger Kino Premiere gefeiert werden. Und vielleicht wird es danach ja noch weitere Filme aus der Feder von Marah Baer geben: „Ideen habe ich noch viele“, lächelt sie.

Von Markus Riese

Authored by: Blick Redaktion