Aufgeben gilt nicht
Geocaching bei der GEB.

Aufgeben gilt nicht

in rätselhaftes Vergnügen und Umweltbewusstsein verbinden die Göttinger Entsorgungsbetriebe für Teilnehmer der Aktion Geocaching/Schnitzeljagd. Sie müssen an Stationen Aufgaben lösen, sammeln nebenbei Müll und haben die Chance, mit dem Mystery-Cache-Spiel Preise zu gewinnen.

Tobias Bergmann, Sohn Paul (3), Nichte Nora (6) und Neffe Mika (10) trotzen der Nachmittagssonne und machen sich bereit zum Finale. Zwei von drei Strecken haben sie am Vortag und am Vormittag absolviert, jetzt scharen sie sich um den Startpunkt der dritten Etappe – den Abfallbehälter neben dem Eingang des Badeparadieses Eiswiese.

Zunächst müssen sie die Buchstaben B-I-O Zahlen zuordnen: „Das können wir“, rufen Nora und Mika. „Das B ist eine Acht wegen der übereinanderliegenden Nullen. Das I ist eine Eins und das O ist eine Null. 810.“ Mika gibt die drei Ziffern in ein Zahlenschloss ein und öffnet Sesam – eine Klappe, aus der er einen Dreikantschlüssel zieht. Mika schnappt sich das Werkzeug, öffnet den abfallfreien Minicontainer.

Die Kinder holen eine Mülltüte aus Papier, Hygienehandschuhe und eine Karte heraus, mit Hinweisen auf der einen und GEB-Tipps auf der anderen Seite zum Thema Biokompost/Biotonnen. Das Trio wird aufgefordert zum Eingang des Freibades zu gehen. Die Blicke haften am Boden. „Auf dem Weg zum Cache sammle ich gern Müll ein. Sonst hat man ja keine Zeit dazu“, sagt Mika. Erstaunlich: bis zum Freibad liegt nichts auf der Erde, das in den Mülltüte gehört.

Die Aufforderung lautet, sich an den Scheiben des Freibadeingangs, „die Nasen platt zu drücken“. Gelesen, getan: Auf der Karte hinter Glas werden die Schnitzeljäger informiert, wo es lang geht – zuerst im Klartext: Zur Leinebrücke nahe dem Sandweg, am Geländer hängen Liebesschlösser. Bitte das passende suchen. Dann wird der Text kryptisch, jedes Wort beginnt mit dem letzten Buchstaben, der erste kommt zum Schluss: …nedüS gnuthciR retieW. Die Übersetzung lautet: Bald trefft ihr auf einen Zebrastreifen. Rüber über den Sandweg, weiter an der Leine entlang bis zur Gebäudeecke am Trimm-Dich-Pfad. Hier guckt ihr in die Röhre.

Kleines „Müll-Eldorado“

Das, was nicht drauf steht, steht für die Kinder jetzt im Vordergrund. Am Boden neben dem Freibadeingang bietet sich ihnen eines kleines „Müll-Eldorado“. Besucher haben achtlos ihre Kippen fallen lassen. Und die benachbarte Grasfläche ist mit etwas Bonbonfolie garniert. Kommt alles in die Tüte.

Die Schloss-Brücke: Eins von geschätzt 200 Liebesschlössern trägt die Zahl, die das Schloss an Station drei knackt. Unmöglich? Oder hat’s Mika schon gefunden? „Nee, doch nicht. Da steht nur ‚Mika und Jasmin‘ drauf, mit einem Herzen. Das kann‘s nicht sein.“ Die Kinder sind unverdrossen auf der Suche. Mit Erfolg.

Sie folgen der Spur der Fährtenleger bis zum Haus des Sports. Und suchen. Und wer das tut, der findet – den dritten Hinweis: Gegenüber der Südseite des Jahnstadions steht ein Zaun. An dem hängt ein Schild, auf dem steht, wer für den Zaum verantwortlich ist. Etwas später ist klar: mehr steht auf den beiden Seiten des Schildes nicht. Das Fragezeichen über Mikas Kopf wird immer größer. Doch der Junge gibt nicht auf. Er lüftet dieses vierte, vorletzte Geheimnis.

Tobias Bergmann schmunzelt. „Da sind schon Leute dran verzweifelt und haben aufgegeben. Als Geocacher muss man hartnäckig sein.“ Als Schnitzeljäger ebenso. Natürlich auch an der letzten Station vor dem Haupteingang des Jahnstadions. An einer Orientierungskarte „kommt es auf den richtigen Winkel an“ – genauer: auf die passende Sichtweise. Und die hat Mika. Bergmann und die Kinder haben ihr Ziel erreicht. An Ort und Stelle wird die spärlich gefüllte Papiertüte in einer großen grauen Tonne versenkt.

Teilnehmer, die am Ende jeder der drei Schnitzeljagden die Information zum Entzaubern des finalen Mystery-Cache ermittelt haben, können beim Gewinnspiel Preis-Glück haben , so Maja Heindorf. „Rätsel, Spaß und umweltbewusster Umgang mit Abfall werden spielerisch vereint“, sagt die GEB-Sprecherin. Das Kombinieren von Geocaching/Schnitzeljagd mit dem Einsammeln von Müll sei „die konsequente Fortsetzung unseres stadtweiten Frühjahrsputzes XXL“ . Zudem „knüpft die Aktion an unsere aktuelle Kampagne ,Voll gut‘, die neue Göttinger Bio-Power-Bewegung, an.“

Authored by: Blick Redaktion