Edesheimer Helmut Lohrberg ausgezeichnet
Aufgeschlossen und kontaktfreudig: Helmut Lohrberg. Foto: Richter

Edesheimer Helmut Lohrberg ausgezeichnet

Northeim. Der Edesheimer hat in seinem Leben insgesamt schon 80 Liter Blut gespendet. Aufhören will der 68-Jährige noch nicht. Und auch nicht mit seiner großen Leidenschaft, der Musik. Helmut Lohrberg hat keine Probleme damit, Blut zu sehen. Wenn dem so wäre, dann hätte der gebürtige Edesheimer ganz bestimmt nicht 180 Mal Blut gespendet. 80 Liter sind im Laufe der 46 Jahre zusammengekommen.
„Ich habe damals zu meinen Bundeswehrzeiten in Göttingen damit begonnen. Damals gab es dafür einen Tag Sonderurlaub“, erzählt Lohrberg und zwinkert dabei mit den Augen. Die lockende Freizeit war für ihn nicht der alleinige Anreiz. „Beim Blutspenden wird das Blut ja auch immer auf Krankheiten untersucht“, erläutert Lohrberg.
Von Krankheiten ist er bislang verschont geblieben. „Sie haben mich nicht ein einziges Mal nach Hause geschickt“, sagt er stolz. Im Universitätsklinikum in Göttingen spendet er regelmäßig Blut, trifft dort immer wieder auf inzwischen alte Bekannte.
Lohrberg ist ein unglaublich aufgeschlossener Mensch, der sehr schnell Kontakt mit anderen bekommt. Und der 1982 einen beruflichen Schritt wagte, zu dem viel Mut gehörte. Eigentlich hatte er eine Lehre zum Verwaltungsfachangestellten beim Kirchenkreisamt in Northeim abgeschlossen, arbeitete anschließend beim Finanzamt. Doch Lohrberg wollte nicht den ganzen Tag am Schreibtisch sitzen, er wollte Musik machen.
Bereits mit 14 Jahren hatte er Akkordeonunterricht bei einem Privatlehrer genommen. Orgelunterricht in der St. Sixti-Kirche in Northeim schloss sich an, ebenso Unterricht am Klavier. Bei der Bundeswehr, bei der er sich für zwei Jahre als Zeitsoldat verpflichtete, gehörte er mit zur Begleitband des Göttinger Soldatenchores. Von 1969 bis heute versieht er Organistendienste im Alten Amt in den Kirchengemeinden Echte, Kalefeld und der Schlosskapelle Oldershausen.
Singen kann der Mann, der von sich behauptet, unsportlich zu sein, auch. Dabei ist jede Menge Ausdauer erforderlich, wenn er als Alleinunterhalter mit Keyboard und Akkordeon loszieht, um bei festlichen Anlässen zu spielen.
Sein Repertoire kann sich sehen lassen. Schlager, Hits, Oldies, Stimmungsmusik oder auch Volksmusik – Lohrberg kann alles, ist mühelos in der Lage, sich je nach Gesellschaft auf die unterschiedlichen Geschmäcker einzustellen.

Als Helene Fischer noch kaum jemand kannte

Von Schlagerstar Helene Fischer träumt so mancher Mann, würde ihr gern einmal begegnen. Dies ist dem Edesheimer Lohrberg schon passiert. In Northeim, auf der Waldbühne. „Damals kannte sie noch kaum jemand“, erzählt er vom gemeinsamen Auftritt. Sein Blut in Wallung hat sie allerdings nicht gebracht. Musikalisch steht er eher auf „härtere Jungs“. Stolz streckt er seine Beine aus. „Ich trage Gunter-Gabriel-Stiefel. Es sind aber nicht die Echten“, erklärt er. Der 2017 verstorbene Country- und Schlagersänger gehört zu Lohrbergs Vorbildern, er mochte ihn sehr, und natürlich hat er ihn auch schon persönlich getroffen. Wie auch Patrick Lindner, Stefan Moss, Howard Carpendale, die Amigos und die Kastelruther Spatzen.
Und da es sich für jeden Star, der etwas auf sich hält, gehört, einen Künstlernamen zu haben, legte sich auch der gebürtige Edesheimer, der einen Zweitwohnsitz in Bad Harzburg hat, einen solchen zu. Seine Fans kennen ihn von daher besser unter Andy Berg als unter Helmut Lohrberg.
„Andy Berg kann man als Anlehnung an Andrea Berg sehen. Einer meiner Söhne heißt Andreas und Berg kommt von Lohrberg.“ Seine Frau Erika, mit der er inzwischen 46 Jahre verheiratet ist, hat ihn in all den Jahren unterstützt. „Es war nicht immer ganz einfach, wenn er los musste“, sagt sie. Etwa ein gemütliches familiäres Weihnachten hinzubekommen, war schwierig. „Als Organist hatte ich teilweise sechs Gottesdienste“, sagt er.
Es gibt etwas, auf das Lohrberg, der ein emotionaler Mensch ist („ich weine sehr schnell“), großen Wert legt: „Ich spiele alles live. Jeder falsche Ton kommt von mir“, erklärt er und lacht verschmitzt dabei. Wie er überhaupt gern lacht – auch über sich selbst.  vw

Authored by: Blick Redaktion