Zentrum für Dokumentation
unkle Ziegel, weißes Holz: Der Siegerentwurf für das Museum Friedland.

Zentrum für Dokumentation

Die Entscheidung ist gefallen: So soll das künftige Medien- und Dokumentationszentrum des Museums Friedland aussehen. Das 13-Millionen-Euro-Projekt soll 2022 eröffnet werden.

80 Meter lang, zwölf Meter breit, mit dunkelgrauen Ziegeln und einer Galerie aus weißem Holz. So sieht es der Siegerentwurf vor, auf den sich eine Jury aus „Fach- und Sachleuten” einstimmig verständigt hat. Marcus Rogge vom Staatlichen Baumanagement Südniedersachsen erklärte, dass nach einer ersten Vorauswahl 27 Entwürfe in der Jury zur Diskussion standen. Fünf seien in die engere Wahl gekommen, am Ende habe siegte der Entwurf der Arbeitsgemeinschaft „Dichter Architekturgesellschaft“ gesiegt, die gemeinsam mit den bbz Landschaftsarchitekten und der Firma Fischer Ausstellungsgestaltung (alle aus Berlin) einen Entwurf eingereicht hatten. Zudem, so Rogge weiter, habe die Jury sich auf zwei dritte Plätze geeinigt. Einen zweiten Platz gebe es nicht – auch, um den Abstand zum ersten deutlich zu machen.

Das Verfahren, so Friedlands Gemeindebürgermeister Andreas Friedrichs (SPD), sei nicht nur im Land, sondern vor allem in der Region „einzigartig”. Er freute sich über die Entscheidung, auch wenn sie „unglaublich schwierig” gewesen sei. „Das Gebäude muss aber auch hierher passen”, sagte er. Unter den 27 Beiträge seien auch viele futuristische Entwürfe gewesen. Friedrichs sprach von einem „Highlight für die Region”, das in Friedland entstehe. Insgesamt würden rund 20 Millionen Euro am Standort verbaut, das sei „Champions League”.

In einem dritten Bauabschnitt soll später noch eine Bildungsakademie auf dem Platz vor der Kirche St. Norbert hinzukommen.

Die Planung für das neue Besucher-, Medien- und Dokumentationszentrum wurde europaweit ausgeschrieben. „Es gab Beiträge aus Lettland, Italien und China”, erklärte Architekt Dieter Schmitz, der das Verfahren betreute. Man habe sich in der Jury „sehr intensiv mit den Vorschlägen auseinandergesetzt”. Die Jury einigte sich auf den Sieger, weil ser es „in hervorragender Weise” geschafft hätte, die „Anforderungen der Museumsgestaltung mit der einer unverwechselbaren Architektur und einer qualitätsvollen Außenraumgestaltung zu vereinen”. Die Arbeit habe den richtigen Ansatz für ein Museum gefunden, das die Thematik Flucht, Vertreibung, Migration und Integration zeitgemäß aufbereitet. Die Verbindung des Ankunftsbereichs am alten Bahnhof Friedland mit dem Grenzdurchgangslager werde durch das Gebäude hindurch „hervorragend gelöst“.

Anregungen einbringen

Die Siegerentwürfe sind bis zum 16. September im Foyer des Museums Friedland zu sehen. Wie Museumsleiter Frank Frühling sagte, werden die drei Preisträger nun noch einmal in einem „Verhandlungsverfahren” einzeln befragt, noch könnten alle gewinnen. Der Sieger aber habe einen „deutlichen Vorsprung”. Die Bürger können sich auf Fragebögen zu den Entwürfen äußern und Anregungen einbringen.

Als zweiter Bauabschnitt des Museums Friedland soll das Gebäude auf dem Areal zwischen dem historischen Bahnhof und dem Grenzdurchgangslager gebaut werden. „Damit wird an zentraler Stelle ein Ort der Dokumentation, aber auch der Begegnung und Kommunikation geschaffen”, so Frühling. Auch eine Cafeteria als Treffpunkt soll dort einziehen. Zudem sind mehrere vertiefende Ausstellungsbereiche, Seminarräume, eine Bibliothek mit Medienarchiv sowie ein Depot und die Büros des Museumspersonals dort geplant. An der Bahnhofstraße – wo der Neubau entsteht – befinden sich derzeit Stellplätze und Grünflächen. Der Baubeginn ist für 2020 geplant, die „große Eröffnungsfete“, so Rogge, 2022. mah

Authored by: Blick Redaktion