Hochwasserschutz in Bovenden: Erneuerter Damm offiziell freigegeben
tändige Baustelle – doch jetzt wird der Damm am Bovender Altdorf komplett erneuert. Unser Archivfoto stammt aus dem Jahr 2016. Foto: Wenzel

Hochwasserschutz in Bovenden: Erneuerter Damm offiziell freigegeben

Um das Altdorf Bovenden vor Hochwasser zu schützen hat der Flecken 1,48 Millionen Euro investiert. Er erhielt 800 000 Euro Fördermittel. Am Donnerstag wurde das Großprojekt offiziell freigegeben.

„Bereits im Jahr 2000, vor fast 20 Jahren, hat der Rat der Gemeinde die Verbesserung des Hochwasserschutzes im Altdorf beschlossen“, berichtete Bürgermeister Thomas Brandes (SPD) . Das notwendige Planfeststellungsverfahren dauerte von 2005 bis 2009. Der erste Abschnitt wurde 2011 beendet.

„Dann kam es zu einer mehr als vierjährigen Unterbrechung“, sagte Brandes. Die zuständige Behörde hatte die vorgeschriebene Höhe des anderthalb Kilometer langen Damms, der einem Jahrhunderthochwasser stand halten soll, aufgrund neuer Berechnungen nach unten korrigiert.

„Die Höhe des Damms zu verringen, wäre im Aldorf nicht durchzusetzen gewesen“, betonte Brandes. Viele Bovender erinnern sich noch an das Hochwasser von 1961, dass das Altdorf größtenteils überflutet hat. Im Anschluss wurde der Damm gebaut. Bis zu dessen Kamm stand 1981 ein erneutes Hochwasser. „Am Ende eines langen politischen Hin und Hers konnten wir die alte Dammhöhe beibehalten“, freute sich der Bürgermeister.

Ingenieurbüro Rinne & Partner

„Ein Teil der Erneuerungsarbeiten erfolgten im Zuge des Baus der kommunalen Entlastungsstraße“, führte Stefan David vom Ingenieurbüro Rinne & Partner aus. Im Bereich unmittelbar am Festplatz sei eine 200 Meter lange Spundwand gezogen worden. Gabionen, mit Steinen gefüllte Gitterkästen, verkleideten das häßliche Stahlbauwerk. Beim Bau des Damms Anfang der 60er-Jahre seien auch Bauschutt und Straßenbauabälle verwendet worden. Weil diese Wassermassen auf Dauer nicht standhielten, hätten sie herausgeholt werden müssen. Das habe nur abschnittsweise geschehen können, da der Damm weiterhin Schutz gegen Hochwasser bieten musste.

Firma RST Bau

„Das ausgebaute Material, insgesamt 4000 Kubikmeter Boden, wurde nach und nach auf dem Betriebshof der Firma RST Bau gesiebt“, führte David aus. 500 Kubikmeter Straßenbauabfälle hätten für 81.000 Euro entsorgt werden müssen. Sie seien ausschließlich auf den ersten 380 Metern des Damms verbaut gewesen.

Gewerbegebiet Area 3

„Der Bodenaushub des 420 Meter langen Abschnitts vom Ende des aspaltierten Teils des Damms bis zum Klärwerk war kaum belastet“, sagte David. Dafür habe er 150 Baumstumpen enthalten. Das Planungsbüro habe in diesem Bereich einen geschotterten Weg anlegen lassen, der mit schweren Fahrzeugen benutzt werden könne. Sie transportierten bei Hochwasser Sandsäcke. Auf den letzten 150 Meter entlang der Kläranlage bis zum Gewerbegebiet Area 3 seien noch einmal 80 Baumstumpen zu roden gewesen.

„Der neue Damm wird, im Gegensatz zu früher, von Bäumen und Sträuchern freigehalten“, betonte David. Der Kahlschlag habe dazu geführt, dass der Lärm der Autobahn nun viel stärker im Altdorf zu hören sei, ergänzte Ortsbürgermeister Werner Hungerland (CDU). Er hoffe auf rasches Wachstum der Ersatzpflanzungen. Landrat Bernhard Reuter (SPD) machte auf sich häufende Extremwetterereignisse aufmerksam. Er lobte vor diesem Hintergrund die „Weitsicht“ der Bovender.

Von Michael Caspar

Authored by: Blick Redaktion