„SchnurZ“ wird 20 Jahre alt
Das Amateurtheater „SchnurZ“ bringt alles auf die Bühne, worauf die Gruppenmitglieder Lust und Laune haben.

„SchnurZ“ wird 20 Jahre alt

Das Amateurtheater „SchnurZ“ feiert in diesem Jahr sein 20-jähriges Bestehen. Genau genommen gibt es die Gruppe aber sogar schon seit 25 Jahren. Und noch immer entwickelt sie sich weiter.
Die Ursprünge von „SchnurZ“ liegen in der Bethlehemgemeinde auf dem Holtenser Berg. Udo Wilmering hatte dort ein Gemeinde-Café eingerichtet, und aus diesem heraus bildeten sich einige Initiativen. Eine davon wollte Theater spielen – das war 1993. Mit fünf Mitgliedern ging sie an den Start; zunächst standen Weihnachtsmärchen und Karnevalsaufführungen auf dem Spielplan. 1997 kam die Gruppe in der Friedensgemeinde auf dem Hagen unter. Nun sollte auch ein Name her: kurz, frech und auffällig. Und so gründete sich „SchnurZ – vorne groß und hinten groß“.

Kein Verein – aber ähnlich organisiert

Das erste Projekt unter dem neuen Titel sollte das bis dahin größte werden: „Mit Pferd wäre das nicht passiert“ war eine selbst geschriebene Western-Revue mit Gesangs- und Showeinlagen. Damit bekam das Team eine klare Struktur: Gearbeitet wird seitdem nach einer Satzung, auch wenn „SchnurZ“ kein Verein ist. Mitglieder der Gruppe übernehmen bestimmte Aufgaben und zeichnen beispielsweise für die Spielleitung, das Betriebsbüro, die Technik oder die Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich.

Und dieser Plan scheint aufzugehen: Seit 2000 bringt „SchnurZ“ jährlich ein Stück mit etwa zehn Aufführungen auf die Bühne. Den Rahmen für die Aufführungen bilden stabile, selbstgebaute Holzelemente, die sich schnell auf- und abbauen lassen. Ein Regieteam, das sich aus den eigenen Reihen generiert, hat bei den Inszenierungen das Zepter in der Hand. „Es gibt die Richtung vor und hat Ideen, aber jeder kann sich einbringen“, erklärt Tina Roßbruch-Dannebohm, die sich um die PR kümmert. „Viele lustige Szenen entstanden durch Zufall und Herumexperimentieren“, erinnert sie sich.

Mit der Zeit wurde aus der einstigen Laienspielgruppe ein geschätztes Amateurtheater. Nach der „Hexenjagd“ von Arthur Miller blieben auch die Stücke anspruchsvoll: Schillers „Kabale und Liebe“ war dabei, aber auch „Vorsicht, Trinkwasser“ von Woody Allen. Krimis und Komödien kristallisierten sich als Erfolgsgaranten heraus. „Schau nicht unters Rosenbeet“ verband 2009 beide Genres und sorgte mit neun Toten für einen bis heute gültigen „Leichenrekord“. Umgesetzt wird, was den Mitgliedern Spaß macht. 2015 kam es mit „Da sein oder nicht da sein“ sogar zur ersten eigenen Welt-Uraufführung. Gespielt wird häufig im Theater im OP, aber auch in der Osthalle des Klinikums oder in der Stadthalle Dransfeld.

Stetige Entwicklung

Dass sich „SchnurZ“ ständig weiter entwickelt, zeigt sich an einem Beispiel aus dem Jahr 2011. Für das Stück „Il Campiello“ belegte das Ensemble einen Workshop bei einem Theatertherapeuten aus Hamburg. Auch in anderen Bereichen bilden sich die Mitglieder weiter –etwa, um historische Kostüme zu nähen. Und auch zum 20-Jährigen wagte sich die Truppe wieder an etwas Neues: Für „Der tolle Tag oder Figaros Hochzeit“ wurden erstmals choreographierte Gesangseinlagen eingebaut, dazu ein besonderes Lichtkonzept.

Für ihre nächsten Stücke suchen die „SchnurZies“, wie sie sich selbst nennen, weitere engagierte Mitwirkende. Interessierte finden ein Kontakt- sowie ein eigenes Casting-Formular online auf schnurz.com.

Authored by: Blick Redaktion