Freibad Brauweg: Totalsanierung für 6,74 Millionen Euro
Sascha und Josephine rutschen im Freibad am Brauweg in Göttingen ins Wasser. 2022 wird das nicht möglich sein – dann bleibt das Freibad voraussichtlich geschlossen. Bildquelle: dpa

Freibad Brauweg: Totalsanierung für 6,74 Millionen Euro

Das Freibad am Brauweg ist komplett marode. 2022 soll das Bad totalsaniert werden. Die Fertigstellung ist für Dezember 2022 vorgesehen.

Kosten soll das Vorhaben gut 6,74 Millionen Euro. Dazu hat die Stadt Göttingen eine Projektskizze entworfen, die dem Tageblatt vorliegt. Adressat ist das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung in Bonn/Bad Godesberg. Mit dessen Hilfe sollen Fördermittel aus dem Programm „Sanierung kommunaler Einrichtungen 2018“ eingeholt werden.

Rückblick auf altes Flussbad

Das 1927 eröffnete Freibad Brauweg soll nicht nur saniert, sondern grundlegend umgebaut und erweitert werden. Das Bad, so die Projektskizze, verzeichne „einen Besucherrückgang, der sich nicht nur mit dem Alter der Einrichtung erklären lässt. Daher ist über die technische Sanierung hinaus eine umfassende Modernisierung und Attraktivierung des gesamten Freibads beabsichtigt. Wichtigstes Element dabei: „Im Rückblick auf das ehemalige Flussbad“ soll „ein Zugang zu der durch das Freibadgelände durchfließenden Leine“ geschaffen werden. Das dahinter liegende Grundstück wird durch eine Hängebrücke und den Ausbau der vorhandenen Brücke erschlossen.

Vor allem aber muss die veraltete und teils schadhafte Technik erneuert werden. „Alle Becken sind undicht, die Folienauskleidung ist abgängig (schadhaft – red), die Badewassertechnik überaltert“, heißt es in der Projektskizze. Eine „Vorprüfung“ habe ergeben, dass Schwallwasserbehälter, Pumpenkeller, Filter und Badewasserleitungen zwar erhalten werden können, aber saniert und instandgesetzt werden müssen. Alle Armaturen und die Schaltanlagen müssen für einen DIN-konformen Betrieb erneuert. Die Badewasserpumpen werden durch energieeffiziente, regelbare Aggregate ersetzt. Auch das Hauptgebäude mitsamt aller Technik muss grunderneuert werden. Eine bessere Kraft-Wärme-Kopplung könne zudem die CO2-Bilanz des Freibads positiv beeinflussen.

Sammelpunkt für Bürger

Den Aufwand einer umfassenden Sanierung rechtfertigt die Stadtverwaltung mit der Bedeutung des Freibads Brauweg für die Universitätsstadt. Das Bad, etwa 1200 Meter südlich des Stadtkerns, sei im Gegensatz zu anderen Freibädern von der Innenstadt aus zu Fuß erreichbar, „in einem Umkreis von 15 Gehminuten können etwa 30000 Einwohner das Freibad ohne kraftbetätigte Verkehrsmittel erreichen“. Im Sommer diene es „als Sammelpunkt für die Bürger der Innenstadt und der südlichen Stadtteile“ und sei zudem als Veranstaltungsort nutzbar.

Für „den hohen Bildungsstand der Göttinger Gesellschaft“, für die Sport, Fitness und Geselligkeit besondere Bedeutung hätten, sei das Freibad wichtig. Und: „Die Öffnung des Areals zur alten Flussbadestelle würde die Verbindung zu dieser kulturhistorischen Einrichtung zusammen mit dem Naturerlebnis wiederherstellen. Ein Stück Kulturlandschaft würde für den erholungssuchenden Bürger zurückgegeben werden.“

Zusammen mit dem angrenzenden Sportpark, dem Kiessee und den Leineauen, argumentiert die Stadtverwaltung, gewinne das Areal immer mehr als naturnahes Erholungsgebiet in Innenstadtnähe an Bedeutung. Folge: „Der attraktive Standort vermeidet somit überflüssige Zielverkehre zu anderen Erlebnisorten, die den Bereich Fitness, Kommunikation und Natur abdecken.“ Das Freibad diene als „Sammelpunkt für alle Göttinger Wohnquartiere und verbindet diese durch Sport, Spaß, Spiel und Kommunikation“.

Bis Anfang 2021 soll die Feinplanung stehen. Dann soll die Ausschreibung erfolgen. Der Baubeginn ist ab Saisonende 2021 vorgesehen. 2022 bliebt das Freibad dicht, im Dezember 2022 sollen die Arbeiten abgeschlossen sein. Die Stadtverwaltung rechnet bei Gesamtkosten in Höhe von gut 6,74 Millionen Euro, von denen sie 3,71 Millionen selbst aufbringen muss. Gut 3,03 Millionen soll der Bund beisteuern.

hein

Authored by: Blick Redaktion