Neuer Leiter: Hagen Zywicki sieht VHS gut aufgestellt
Hagen Zywicki, neuer Geschäftsführer der VHS Göttingen / Osterode. FOTO: Hinzmann

Neuer Leiter: Hagen Zywicki sieht VHS gut aufgestellt

Göttingen. Seit gut drei Wochen ist der neue Geschäftsführer der Volkshochschule Göttingen / Osterode (VHS) an Bord. „Wir sind ausgesprochen gut aufgestellt“, sagt Hagen Zywicki nach seiner ersten Bestandsaufnahme.
Eine erste Runde, in der sich der 50-Jährige allerdings gleich mit einem der größten Probleme der VHS seit Jahrzehnten auseinandersetzen muss: die akute Raumnot, weil die VHS im nächsten Jahr 21 Schulungsräume an der Theodor-Heuss-Straße verlieren wird. Diese Sorge steht zurzeit im Mittelpunkt seiner neuen Arbeit, auch wenn Zywicki mit vielen Ideen und konkreten Vorstellungen nach Göttingen gekommen ist.

40 Mitbewerber ausgestochen

Im Frühjahr hatte sich der VHS-Aufsichtsrat nach einer Ausschreibung und einem Auswahlverfahren für Zywicki als neuen Leiter der Schule entschieden. 40 Interessenten hatten sich auf die Stelle beworben. Zywicki löst Rüdiger Rohrig ab, der im Sommer 2019 in den Ruhestand geht. Und der hinterlasse eine ausgesprochen gute Schule. „Wir sind ein sehr gut aufgestellter Betrieb“, sagt Zywicki. Die VHS der inzwischen fusionierten Landkreise Göttingen und Osterode einschließlich Kernstadt decke alle Bereiche der Bildung außerhalb der Regelschulen und klassischen Berufsausbildungen ab.

Dazu zähle der klassische öffentliche Bereich mit Kursen von politischer Bildung bis zum IT-Seminar. „Sehr stark“ sei die VHS aber auch mit ihren Angeboten für den zweiten Bildungsweg, auf den sich einst die Volkshochschulen gründeten. In jedem Jahr erreichten mehr als 200 Schüler mit der VHS ihren Real- oder Hauptschulabschluss. „Damit sind wir eine große Schule“, sagt Zywicki.
Dieser Bereich liege ihm besonders am Herzen, räumt der diplomierte Sozialpädagoge mit Schwerpunkt Betriebswirtschaft und langjähriger Führungserfahrung zunächst in der Kinder-Tagesbetreuung und dann als Leiter der VHS Hameln-Pyrmont ein. Zum einen, weil es ein Hilfsangebot für viele Menschen sei, die nach einem nicht immer einfachen Lebensweg eine zweite Chance suchten und verdienten. Zum anderen, weil es auch gesellschaftspolitisch wichtig und von großem Nutzen sei, wenn möglichst viele Menschen gut gebildet sind und damit ihre Chance auf bezahlte Arbeit erhöhen.

Schwerpunkt Projektarbeit

In diese Sparte gehöre noch ein dritter Bereich, der in den zurückliegenden Jahren immer wichtiger geworden sei: der „Projektbereich“ mit staatlich geförderten Kursen zur Integration und als unterstützender Übergang in den Arbeitsmarkt. Dies gehe oft einher mit enger, individueller sozialpädagogischer Begleitung.
Auch wenn die VHS „gut aufgestellt“ ist, hat ihr neuer Leiter Zukunftspläne, die die Volkshochschule weiter stärken sollen. Dazu gehöre die Digitalisierung des Betriebes – bei den internen Prozessen, aber auch nach außen. „Wir müssen den digitalen Weg zu uns vereinfachen“, sagt Zywicki. Das reiche von einer besseren Präsenz in sozialen Medien bis zur vereinfachten Online-Buchung eines Kurses.

Dazu gehöre aber auch der Einsatz digitaler Medien im Unterricht – ob mit neuen Lehrmethoden oder Plattformen für die Teilnehmer. Dabei dürfe eine Stärke der VHS allerdings nicht unterdrückt werden: Lernen in der Gemeinschaft. Auch fachbereichsübergreifende Angebote kann sich Zywicki künftig vorstellen: zum Beispiel einen Französischkurs inklusive Weinseminar. Und schließlich will der verheiratete Vater einer Tochter die Inklusion im VHS-Angebot stärken.
700 Honorarkräfte und etwa 90 Festangestellte beschäftigt die GmbH mit Zentrale in Göttingen und mehreren dezentralen Geschäftsstellen. Sie haben im vergangenen Jahr 2067 Kurse mit etwa 22 000 Teilnehmern angeboten.

Ulrich Schubert

Authored by: Blick Redaktion