Ganztagsgrundschulen sollen besser werden
Kinder der Grundschule im Bremke beim Spielen rund um die Schule.

Ganztagsgrundschulen sollen besser werden

Göttingen. Wie gut eine Schule ist, lässt sich sehr schlecht von außen beurteilen. So auch in Ganztagsgrundschulen in Südniedersachsen. Daher hat sich die Bildungsregion Südniedersachsen mit dem Kultusministerium zusammengetan und versucht, im Modellprojekt zur Qualitätsentwicklung von Ganztagsgrundschulen (QEGS) abzustecken, woran gearbeitet werden muss und was gute Mittel für ein qualitativ hochwertiges Schulleben sind.
„Top-Qualität in der Ganztagsschule lässt sich nicht einfach flächendeckend einführen. Qualität entsteht vor Ort“, so Andrea Reese, Bildungskoordinatorin der Bildungsregion Südniedersachsen. „Die Unterstützung von Grundschulen und allen am Ganztag beteiligten Akteure, also auch den kommunalen Schulträgern, gehört zu den Kernaufgaben einer Bildungsregion. Denn Bildung ist die wichtigste Investition in die Zukunft einer Region“, so Anna Wucherpfennig, Geschäftsführerin der Bildungsregion Südniedersachsen. Für das Modellprojekt konnten sich Schulen aus den Landkreisen Göttingen und Northeim sowie aus der Stadt Göttingen bewerben. „Eigentlich sollten es zwölf Schulen sein – nun haben sich um die 20 angemeldet und wir müssen entscheiden, wie viele Schulen wir in den kommenden zwei Jahren begleiten können“, sagt Reese. Beworben hatte sich beispielsweise die Nikolausberger Janusz-Korzcak-Schule.
„In der Stadt laufen bereits viele Kooperationen mit der Arbeiterwohlfahrt oder dem Verein Kinderhaus – in ländlichen Gebieten müssen erst die Netzwerke aufgebaut werden“, so Reese. Die teilnehmenden Schulen sollen zusammen mit den Projektverantwortlichen ihre Schulen weiterentwickeln. Welche Grundschulen dabei sind, gibt die Bildungsregion Südniedersachsen im Laufe des Monats bekannt.
Die Qualität soll kleinteilig gesteigert werden: Die Modellgrundschulen erarbeiten im Projekt konkrete Instrumente, Arbeitsmaterialien und Praxisbeispiele, die später für alle Grundschulen zur Verfügung gestellt werden sollen. „Ziel ist es, die Ganztagsgrundschulen des Modellprojekts in einem moderierten Austausch bei nachhaltiger Schulentwicklung zu begleiten.
Dieses Modellprojekt ist aus meiner Sicht ein gutes Beispiel, wie Bildungsregionen Schulen gezielt, sachgerecht und am Bedarf orientiert bei wichtigen bildungspolitischen Schwerpunktsetzungen des Landes unterstützen können“, so der Niedersächsische Kultusminister Grant Hendrik Tonne.
Im Koalitionsvertrag kündigt die Bundesregierung an, einen Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuungs- und Bildungsangebote für Kinder im Grundschulalter bis zum Jahr 2025 einzuführen. lel

Authored by: Blick Redaktion