Radschnellweg am Groner Tor: Vorsicht bei Abbiegen
Problem an der Rechtsabbiegespur: Verteilerkästen verstellen Autofahrern den Rechtsblick auf den Radschnellweg. Foto: Heller

Radschnellweg am Groner Tor: Vorsicht bei Abbiegen

Göttingen. Nach monatelangen Bauarbeiten am Radschnellweg fließt derzeit der Verkehr auf der umgestalteten Kreuzung am Groner Tor – zumindest während der Winterpause. Die neue Verkehrsführung erfordert allerdings erhöhte Aufmerksamkeit.

Die Pläne für eine schnelle Radverkehrsverbindung zwischen Rosdorf, Göttingen und gegebenenfalls auch Bovenden sind bereits zehn Jahre alt. Sie gehen auf eine Machbarkeitsstudie der Metropolregion zurück. 2011 unterzeichneten Stadt und Landkreis eine gemeinsame Absichtserklärung. Der Radverkehr sollte attraktiver gemacht werden. Die ersten beiden Abschnitte zwischen Universitätsklinik und Innenstadt wurden 2015 fertiggestellt.

Mittlerweile sind weitere Teile der Strecke realisiert. Der dritte Bauabschnitt verläuft vom Bahnhof entlang der Berliner Straße bis zur Kreuzung am Groner Tor. Von hier aus soll der Radschnellweg über die Straßen Am Gartetalbahnhof, Leinestraße und Eisenbahnstraße in Richtung Rosdorfer Kreisel geführt werden. Ein entsprechender Bebauungsplan wurde vom Göttinger Rat im Dezember beschlossen.

Für den motorisierten Verkehr machte sich der Radschnellweg in den vergangenen Monaten bereits vor seiner Fertigstellung deutlich bemerkbar – mit Staus rund um die Baustelle am Groner Tor. Wechselnd gesperrte Fahrspuren strapazierten die Geduld der Verkehrsteilnehmer nicht nur während der Hauptverkehrszeiten. Auch für Fußgänger und Radfahrer bedeutete die Großbaustelle zeitraubende Umwege. Phasenweise machten Absperrungen ein direktes Überqueren der Kreuzung unmöglich.

Aktuell, da in der Winterpause alle Fahrspuren freigegeben wurden, normalisiert sich der Verkehrsfluss, aber es zeigen sich auch Probleme. In den sozialen Medien bemängeln Verkehrsteilnehmer, dass sich motorisierter Verkehr und Radverkehr an dieser Stelle gefährlich in die Quere kommen können. Konkret geht es um die Rechtsabbieger, die aus der Berliner Straße in die Groner Landstraße einfahren und dabei den Radschnellweg kreuzen. Anders als in der Vergangenheit gibt es hier keine separate Spur für freies Abbiegen mehr. Jetzt bedarf es eines intensiven Schulterblicks, um zu erkennen, ob ein Radfahrer auf der ausgebauten Radfahrerspur auf die Kreuzung fährt. Mehrere Verteilerkästen, ein Laternenmast und ein Baum versperren dabei die Sicht, so die Kritik.

„Der 90-Grad-Winkel erfordert genaues Hinsehen“, bestätigt Torsten Moschkau, Leiter des Sachbereichs Verkehr bei der Göttinger Polizei. Allerdings sei durch die Ampel das Geschwindigkeitsniveau auch deutlich geringer als bisher. Er gehe davon aus, dass sich das Unfallgeschehen durch die veränderte Verkehrsführung insgesamt verbessern werde. ms

 

Authored by: Blick Redaktion