Protest gegen Logistikzentrum Neu-Eichenberg
Demo gegen das geplante Logistikzentrum.

Protest gegen Logistikzentrum Neu-Eichenberg

Etwa 100 Gegner des geplanten „Sondergebiets Logistik“ in der Gemeinde Neu-Eichenberg haben am Vormittag des 25. Januar an einer Demonstration durch Hebenshausen teilgenommen, um noch einmal zu zeigen, dass sie den Logistik-Park entschieden ablehnen.

Das Datum war nicht zufällig gewählt: Am Freitag endete die Frist zur Einreichung von Stellungnahmen im Hinblick auf die Änderung des Bebauungsplans für den angedachten, bis zu 80 Hektar großen Logistik-Park. Der Bensheimer Projektentwickler Dietz AG plant, zwischen Hebenshausen und Neu-Eichenberg-Bahnhof ein Logistikzentrum mit mehreren, bis zu 14 Meter hohen Hallen zu errichten. Die „Bürgerinitiative für ein lebenswertes Neu-Eichenberg“ (BI) befürchtet dadurch eine massive Verstärkung des Schwerlastverkehrs. Die Rede ist inzwischen von bis zu 2000 LKW pro Tag.

Außerdem argumentiert die BI mit einer erhöhten Hochwassergefahr wegen der geplanten Versiegelung einer Fläche, die etwa 100 Fußballfeldern entspricht. Auch die Anzahl und Qualität der entstehenden Arbeitsplätze wird von vielen Gegnern des Logistikgebietes infrage gestellt.

Etwa 100 Personen nahmen an der Demo teil, die einen Stopp an der Gemeindeverwaltung einlegte. Dort übergab BI-Vertreterin Corinna Trempnau 143 Stellungnahmen an den Vertreter des Bürgermeisters, Achim Albrecht-Vogelsang (parteilos). Dieser versprach, dass die Briefe alle gelesen und ernst genommen würden.

„Es war ein toller Moment, die Stellungnahmen gemeinsam abzugeben“, betonte Anja Banzhaf, Mitglied der BI. Um 4 Uhr hatte eine Gruppe von Umweltschützern („Klima-Aktion“) ein etwa acht Meter hohes Tripod (Dreibein) auf dem geplanten Baugelände des Logistikgebietes errichtet und einen Bereich nahe der Bundestraße 27 dadurch symbolisch besetzt. Durch die zwölfstündige Blockade wollten die „Aktivist*innen“, wie sie sich selbst beschrieben, ihre Entschlossenheit deutlich machen, sich auch künftig mit kreativen Protestformen dem Bau des Logistikzentrums in den Weg zu stellen. Sie kündigten weitreichende „Aktionen des zivilen Ungehorsams“ an, falls keiner der Akteure von den Plänen Abstand nehmen sollte. Die Gruppe forderte den Gemeinderat auf, das Projekt doch noch zu stoppen – und den Investor, sich zurückzuziehen.

 

„Die Dietz AG muss sich auf erheblichen Widerstand einstellen, falls sie die Pläne weiter verfolgt. Wir können und werden diese Zerstörung nicht zulassen“, kündigte eine Sprecherin der Aktionsgruppe an. Der Acker gehöre mit zu den besten Böden, die es auf der Welt gebe. Eine Versiegelung dieser Flächen sei in Zeiten der Klimakrise ein Schritt in die falsche Richtung. Bei einer Online-Petition hatten sich nach Angaben der BI fast 1400 Menschen aus dem Werra-Meißner-Kreis gegen die Logistik-Pläne ausgesprochen. Insgesamt hätten sich 3164 Menschen aus dem ganzen Bundesgebiet beteiligt, davon 688 aus Niedersachsen. Die hessische Landesregierung wird mit der Petition aufgefordert, die Flächen nicht an die Dietz AG zu verkaufen. Denn, anders als oft behauptet, seien diese noch Eigentum des Landes Hessen.

Der Neu-Eichenberger Gemeinderat soll im März über die Änderung des Bebauungsplanes abstimmen und könnte damit den Weg für das Logistikgebiet frei machen.

Authored by: Blick Redaktion